IHK will eine Person benennen, die als Mittler zwischen Unternehmen, Arbeitsagentur und Ausländern auf Jobsuche auftritt.

IHK-Präsident Heinz Schmidt.
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IHK

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Krefeld. Nach Berechnungen der Industrie und Handelskammer Niederrhein werden bald 3200 Asylsuchende im Alter zwischen 18 und 24 Jahren auf den Arbeitsmarkt am Niederrhein drängen. „Davon werden sich voraussichtlich rund 1300 für eine Ausbildung in einem kaufmännischen oder gewerblich-technischen Beruf eignen“, schätzt IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz. IHK-Präsident Heinz Schmidt sieht es als Herausforderung, möglichst vielen Flüchtlingen eine berufliche Perspektive zu eröffnen.

Ab Mitte 2016 will die IHK ein Maßnahmenpaket anbieten, um die Flüchtlinge in die heimischen Unternehmen zu integrieren. Bis dahin haben viele Flüchtlinge die Erstaufnahme und das Asylverfahren durchlaufen und ausreichende deutsche Sprachkenntnisse erworben. Als Vermittler zwischen Betrieben und Flüchtlingen soll ein Lotse fungieren. Er soll Ansprechpartner für die Unternehmen sein und ihnen bei der Integration der neuen Arbeitskräfte helfen. Außerdem wird er gemeinsam mit Arbeitsagenturen, Jobcentern und den Anbietern von Integrationskursen ein Netzwerk aufbauen, um möglichst vielen Flüchtlingen den Einstieg ins Arbeitsleben zu erleichtern.

Die große Mehrheit der Betriebe ist laut Steinmetz bereit, den Flüchtlingen eine Chance zu geben, sei es in Form von Praktika, Ausbildung oder Beschäftigung. Entscheidend für die Unternehmer sind laut IHK die Sprachkenntnisse, die Motivation und ein geklärter Aufenthaltsstatus.

Industrie und Handwerk wollen Flüchtlingen eine Chance geben

Ähnlich beurteilt dies Hartmut Schmitz, Hauptgeschäftsführer der Unternehmerschaft Niederrhein. „Wir sehen die Integration von Flüchtlingen als dringendste Aufgabe an.“ Sprache sei dafür der Schlüssel. Die Hilfsbereitschaft der Menschen habe die Willkommenskultur am Niederrhein deutlich gemacht. „Aber wir dürfen auch erwarten, dass die Menschen, die zu uns kommen, offen für unsere Gesellschaft und bereit sind, sich einzubringen“, fordert Schmitz.

Nicht nur die Industrie, sondern auch viele Handwerksbetriebe suchen geeigneten Nachwuchs und sind bereit, Flüchtlingen eine Chance zu bieten. Die Zahl der Lehrverträge in Krefeld ging in den ersten neun Monaten 2015 zurück, meldet die Kreishandwerkerschaft Niederrhein. Klaus Koralewski, stellvertretender Hauptgeschäftsführer, wirbt für die technisch anspruchsvollen Handwerksberufe mit sicheren Arbeitsplätzen und besten Perspektiven für eine spätere Selbstständigkeit.

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