Ob Neubau oder Sanierung – einige wichtige Punkte sind auf dem Theaterplatz zu bedenken.

Die Kongresshalle in Augsburg ähnelt dem Seidenweberhaus. Sie ist 2011 modernisiert worden.
Die Kongresshalle in Augsburg ähnelt dem Seidenweberhaus. Sie ist 2011 modernisiert worden.

Die Kongresshalle in Augsburg ähnelt dem Seidenweberhaus. Sie ist 2011 modernisiert worden.

Kongress am Park

Die Kongresshalle in Augsburg ähnelt dem Seidenweberhaus. Sie ist 2011 modernisiert worden.

Krefeld. Wer über die Zukunft des Seidenweberhauses nachdenkt, muss die St.-Anton-Straße mit einbeziehen. Als Hauptverkehrsachse trennt sie das Zentrum vom nördlichen Teil der Innenstadt. Bislang. Beim Krefelder Dialog der CDU zu der Frage „Sanierung oder Neubau“ (die WZ berichtete) stellte Oberbürgermeister Gregor Kathstede verschiedene denkbare Varianten vor – für die Verkehrsführung wie auch für die Halle selbst.

„Vielleicht sprechen wir irgendwann einmal über eine Tunnellösung“, sagt Kathstede. Wegen der Finanzlage der Stadt sieht er eine solche Lösung derzeit nicht. „Dennoch muss man darüber mal gesprochen haben.“ Düsseldorf sei es mit dem neuen Autotunnel gelungen, die Altstadt an den Rhein anzubinden.

Ideelle Rückendeckung bekommt er von Architekt Rainer Lucas, dem Vorsitzenden des Gestaltungsbeirates. In einem vierseitigen Papier hat der Beirat die Varianten Sanierung und Neubau aus stadtplanerischer Sicht bewertet und die Bedeutung des Theaterplatzes für die Stadt hervorgehoben. „Der Platz muss auf die Stadt reagieren, die Gebäude darauf wechselseitig interagieren.“ Deshalb plädieren Lucas und seine Kollegen für einen Neubau, der sich zur Stadt hin öffnet, sich zeigt und zum Besuch einlädt. Gegen die Sanierung mit Umbau spreche die Sechseckform des Seidenweberhauses. Die sei in sich fixiert und biete keine neuen Zuschnitte.

Als ein gelungenes Beispiel für eine Modernisierung verweist Kathstede auf die Augsburger Kongresshalle. Ebenfalls aus Beton gebaut, wurde sie 1972 eröffnet. 2010 musste sie wegen gravierender Mängel geschlossen werden. Die Stadt entschied sich für eine Sanierung. Die kostete rund 24 Millionen Euro. Heute bietet der große Saal 1430 Gästen Platz, der kleine Saal bis zu 500. Allerdings weist die Halle auch keine Sechseckform auf.

Um den Betrieb des Seidenweberhauses bis 2019 zu garantieren, sind laut Verwaltung akut Investitionen von 900 000 Euro notwendig. Von der Politik hängt es nun ab, ob sie sich mit einer Entscheidung so lange noch Zeit lassen will.

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