Proteste von Anwohnern vor allem an der Schulstraße lassen SPD und CDU von Beschlüssen abrücken. SWK und Verwaltung warnen vor schnellen Entscheidungen.

Bereits 2005 haben Anwohner der Schulstraße protestiert. (Archiv: LS)
Bereits 2005 haben Anwohner der Schulstraße protestiert. (Archiv: LS)

Bereits 2005 haben Anwohner der Schulstraße protestiert. (Archiv: LS)

Bereits 2005 haben Anwohner der Schulstraße protestiert. (Archiv: LS)

Krefeld. Im Juni 2007 schien alles klar: Alle Parteien einigten sich damals darauf, den Hülser Ortskern über die sogenannte Kleine Ringlösung mit Krefelder, Schul- und Kempener Straße an die Straßenbahnlinie 044 anzuschließen.

Seit Mittwoch ist diese Lösung so gut wie vom Tisch. Die SPD hat mitgeteilt, diese Trasse vor allem wegen des starken Widerstands der Anwohner an der Schulstraße nicht weiter zu verfolgen.

"Die Kleine Ringlösung findet bei den Hülsern keine Akzeptanz. Daher werden wir Beschlüsse aus der Vergangenheit revidieren", kündigt Hans Butzen, Sprecher der SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung, an. Bisher endet die Linie 044 am Depot der Stadtwerke in Höhe Jakob-straße, einige hundert Meter vom Ortskern entfernt.

Auch die CDU rückt offensichtlich von der Lösung ab. Zwar habe sich die Partei nach Auskunft von Bezirksvorsteher Philibert Reuters noch keine abschließende Meinung gebildet, jedoch habe man ebenfalls die großen Widerstände wahrgenommen. "Wir teilen die Bedenken der Anwohner und haben immer bezweifelt, dass das Profil der Schulstraße geeignet ist", sagt Reuters. Auch Alexander Tüller, CDU-Sprecher der Bezirksfraktion, sieht ein "Umsetzungs- und Machbarkeitsproblem".

Förderung vom Land nur bei maßgeblicher Verbesserung

Sowohl die SWK als auch die Stadt warnen vor einem vorschnellen Aus der Planung. "Sollte die Politik von den Beschlüssen abrücken, wäre dies die Beerdigung der ÖPNV-Anbindung von Hüls", sagt Planungsdezernent Thomas Visser. Das Land fördere eine neue Strecke nur, wenn es eine maßgebliche Verbesserung gebe. Und die sei mit jeder anderen Lösung nur schwer vermittelbar. Er rechnet mit Kosten von elf bis zwölf Millionen Euro. In den Fördertöpfen sei immer weniger Geld, Verzögerungen deshalb schädlich. Visser sieht sogar den Knotenpunkt Ostwall in Gefahr.

"Ich bin entsetzt, schließlich gab es vor zweieinhalb Jahren einen einstimmigen Beschluss", sagt SWK-Mobil-Geschäftsführer Guido Stilling. Er sieht große Probleme beim alten Depot, das an seine technischen Grenzen stoße. "Sollte sich keine Mehrheit finden, werden wir einen Betriebshof auf der Freifläche Am Schützenhof errichten, einige hundert Meter vor der Hülser Ortsgrenze. Das wäre für jeden Hülser höchst unattraktiv."

Wie es nun weiter gehen soll, dazu haben CDU und SPD unterschiedliche Vorstellungen. Butzen favorisiert eine einspurige Lösung bis zum Bahnhof, wofür die neuen Straßenbahnen, die in beide Richtungen fahren, geeignet seien. Dabei sehen jedoch Stilling und Visser Probleme bei der Genehmigung und der möglichen Taktung. Die CDU favorisiert dem Vernehmen nach eine Trasse am Schluff entlang. Die jedoch werde nach Ansicht von Stiling nicht angenommen werden, weil sie zu weit weg von der Wohnbebauung verlaufe und den Fahrweg verlängere.

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