Seit zwei Jahren gibt es eine Hotline, die bei einer ungeplanten Empfängnis Rat bietet.

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Marita Tautz (Donum Vitae), Dieter Wagner (Krisenhilfe), Helga Bauer (Pro Familia), Gunhild Weinmann (Ev. Beratungsstelle) und Sabine Heimes (Rat & Hilfe) (v.l.) sind froh über die Wirkung der Notruf-Aufkleber in den Bahnen.

Marita Tautz (Donum Vitae), Dieter Wagner (Krisenhilfe), Helga Bauer (Pro Familia), Gunhild Weinmann (Ev. Beratungsstelle) und Sabine Heimes (Rat & Hilfe) (v.l.) sind froh über die Wirkung der Notruf-Aufkleber in den Bahnen.

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Marita Tautz (Donum Vitae), Dieter Wagner (Krisenhilfe), Helga Bauer (Pro Familia), Gunhild Weinmann (Ev. Beratungsstelle) und Sabine Heimes (Rat & Hilfe) (v.l.) sind froh über die Wirkung der Notruf-Aufkleber in den Bahnen.

Krefeld. Wie ist den Eltern am besten die Schwangerschaft beizubringen, wo ist die Pille danach zu bekommen, wer hat ein offenes Ohr und kann weiterhelfen?

Diese oder ähnliche Fragen beschäftigen die Klienten des Schwangeren-Notrufs. Seit zwei Jahren kooperieren Krisenhilfe, Donum Vitae, Pro Familia, Rat und Hilfe und die Diakonie, um täglich 24 Stunden eine Anlaufstelle für anonyme Anfragen zu bieten.

"Dieses Angebot ist deutschlandweit einzigartig, andere Städte sind am Konzept interessiert", sagt Dieter Wagner, Leiter der Krisenhilfe Krefeld.

Die Idee des Notrufs ist nicht zuletzt auch wegen geringer Projektkosten attraktiv: Mit 20000 Euro jährlich werden Werbekampagnen und Honorare der Fachberater bezahlt. "Das wäre ohne Netzwerkarbeit nicht möglich", betont der Leiter der evangelischen Beratungsstelle, Jan Wolf.

Der Vorteil des Netzwerkes ist, dass die Probleme nicht unbearbeitet bleiben, auch wenn das Gespräch nicht sofort weiterhilft. "Wir bieten kurzfristig Termine an, verweisen auf andere Beratungsstellen und decken Probleme auf, die gar nicht Anlass des Anrufs waren", sagt Sabine Heimes von Rat und Hilfe.

Der Schwangeren-Notruf ist unter 6535251 zu erreichen.

Wolf ergänzt, "dass der Notruf immer Vorrang hat", auch wenn der Berater andere Termine hat. Es ist wichtig, in dem Moment einer subjektiven Notlage zu helfen.

Es gibt auch immer wieder Scherzanrufe

Die Bilanz der letzten Jahre zeigt eine hohe Zahl von Scherzanrufen: Von 125 Anrufen hatten 68 nicht den Hintergrund einer Notlage.

Diese Quote sieht das Netzwerk um den Schwangeren-Notruf weniger drastisch: "Daran erkennen wir, dass die Kampagne wahrgenommen wird. Wenn diese ein Problem haben, werden sie sich an den Notruf erinnern", sagt Heimes.

Im öffentlichen Nahverkehr fallen die Aufkleber des Notrufs den Fahrgästen ins Auge, die Internetseiten sind gefragt, lassen die Zugriffszahlen erkennen.

Das Altersspektrum ist breit: Die älteste Anruferin ist 43, die jüngste 13 Jahre alt. Die meisten Anrufe kommen aus der Gruppe der 19- bis 35-Jährigen. Sogar Männer bitten um Rat.

Wolf ist von der "frühesten Hilfe" überzeugt: "Wir verhindern, dass Dauerprobleme aufkommen", sagt er mit Hinweis auf die Babyklappe, bei der kein Umentscheiden möglich ist und dem Kind das Recht auf Identität und Herkunft verwehrt bleibt.

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