Im Hotel B & B an der Philadelphiastraße/Ecke Bahnstraße legen Manager Xavier Eisenhuth und sein Team letzte Hand an – und noch mal letzte Hand an.

Im Hotel B & B an der Philadelphiastraße/Ecke Bahnstraße legen Manager Xavier Eisenhuth und sein Team letzte Hand an – und noch mal letzte Hand an.
Xavier Eisenhuth führt das B & B-Hotel gegenüber von der Agentur für Arbeit an der Ecke Philadelphia-/Bahnstraße. Im Spätsommer hatte der Bau des Gebäudes begonnen. Fotos (2): Dirk Jochmann

Xavier Eisenhuth führt das B & B-Hotel gegenüber von der Agentur für Arbeit an der Ecke Philadelphia-/Bahnstraße. Im Spätsommer hatte der Bau des Gebäudes begonnen. Fotos (2): Dirk Jochmann

Xavier Eisenhuth führt das B & B-Hotel gegenüber von der Agentur für Arbeit an der Ecke Philadelphia-/Bahnstraße. Im Spätsommer hatte der Bau des Gebäudes begonnen. Fotos (2): Dirk Jochmann

Krefeld. Xavier Eisenhuth öffnet die Tür von Zimmer 214. Mit kritischem Blick prüft er, ob alles an seinem Platz ist. „Zu viele kleine Handtücher, aber das wird sich noch einspielen“, sagt der Hotelmanager und schaut noch schnell im Badezimmer nach dem Rechten. Alles da, wo es hingehört. Der 50-Jährige öffnet die Tür und will schon zum nächsten Zimmer, als ihm auffällt: „Hier fehlt noch das ,Bitte nicht stören’-Schild.“ Hundert Einzel-, Doppel-, Dreier- und Familienzimmer hat Eisenhuth noch zu kontrollieren, während im Foyer schon die nächste Wäschelieferung ankommt. Der gebürtige Niederländer gibt den Zimmermädchen noch schnell ein paar Bitten weiter und klingt dabei Mittwochmittag kein bisschen genervt. Obwohl bis zur Ankunft der ersten Gäste am Abend noch einiges zu tun ist.

Mit das Wichtigste ist, dass die Lobby, der Frühstücksraum, die Flure und zig andere Stellen noch einmal feucht durchgewischt werden müssen. Das hat der Hotelmanager im Erdgeschoss am Dienstag bereits getan. Aber seit die Klimaanlage, die gleichzeitig Heizung ist, läuft, ist sein ganzes schweißtreibendes Werk schon wieder von einer hauchdünnen Staubschicht überzogen.

Die letzten Handwerker verfugen schnell noch Fliesen

Im Hof wird noch eine Garage als Unterstand und Lagerraum aufgestellt. Im Haus sind die letzten Handwerker mit dem Verfugen von Fliesen im Treppenhaus beschäftigt. Und in den Lagern stehen noch ein paar Kartons beispielsweise mit Steppkissen, die einsortiert werden müssen. „Aber über Weihnachten werden voraussichtlich nicht so viele Buchungen reinkommen, das können wir also alles über die Feiertage erledigen. Für mein Empfinden ist alles schon sehr weit gediehen“, sagt Eisenhuth, nachdem er sich eine Tasse Kaffee aus dem Riesenautomaten am Frühstücksbüfett gegönnt hat, schickt seine beiden Beagle ins Büro und ist gedanklich schon beim Probe-Frühstücksbüfett.

Eisenhuths und die vier festen Mitarbeiter für das neue Krefelder Hotel, die in seiner vor zweieinhalb Jahren gegründeten Firma Aixotel angestellt sind, müssen noch eingewiesen werden, bevor es ernst wird. Was kommt wohin in die fast schaufenstergroße Auslage? Der Hotelmanager, der seine Aufgabe im B & B-System als Selbstständiger für den Konzern erfüllt, hat „in einer Art Ausbildung“ in sechs Wochen in Häusern der Kette in Koblenz, Würzburg und Kaiserslautern alle wissenswerten Besonderheiten kennengelernt.

Unternehmen Das Krefelder B & B-Hotel ist das 50. in Deutschland. Die Häuser sind alle sogenannte Economy-Budget-Hotels und haben zwei Sterne.

Zielgruppe Die Zielgruppe des Krefelder Hauses sind vor allem Geschäftsreisende, Handelsvertreter und Monteure.

System Die Rezeption ist in der Woche von 0 bis 6 und von 12 bis 17 Uhr und am Wochenende von 22 bis 7 Uhr nicht besetzt. Gäste kommen mit Pin-Nummern ins Haus, die sie an einem Terminal eingeben können. Es gibt Frühstück, aber ansonsten keine Küche. Snacks und Getränke gibt es 24 Stunden am Automaten.

Im Haus geht es im Moment noch wie im Taubenschlag zu

Schon als kleiner Junge habe er gesagt, er wolle „später mal ein Hotel leiten“. Nach seinem Studium – unter anderem der katholischen Theologie, christlichen Archäologie, Geschichte, Psychologie und BWL – begann er seine Ausbildung als Hotelfachmann. Es folgten Stationen in Hotels im Ruhrgebiet, in Monheim und als Verkaufsdirektor in der Zentrale eines Hotelunternehmens. Und jetzt ist sein Kindheitstraum war geworden.

Im Moment heißt das für ihn ein Leben „wie im Taubenschlag“. Ein Mitarbeiter will mit dem Klemmbrett in der Hand gerne eine Liste durchgehen, gleichzeitig klingelt das Telefon in Eisenhuths Hand, und die Zimmermädchen schieben leere und laut klappernde Wäschewagen durch die Flure. „Ich glaube, ich brauche eine Tablette, damit ich wieder ruhiger werde“, sagt der 50-Jährige schmunzelnd. „Aber so ist Gastronomie und Hotellerie.“ Man verkaufe „nicht lagerfähige Ware – wir verkaufen Zimmer und das geht nur immer heute“. Das bedeute auch, dass man alles können beziehungsweise alles lernen und alles machen müsse. Als Nächstes wird er gleich wieder mal wischen. „Die Fenster sind schon wieder dreckig.“

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