Zu schnell und zu laut: Anwohner beschweren sich über die Lärmbelastung und die Unfallgefahr am Moltkeplatz.

Zu schnell und zu laut: Anwohner beschweren sich über die Lärmbelastung und die Unfallgefahr am Moltkeplatz.
Taxiunternehmer Josef van de Logt ist Anwohner am Moltkeplatz und bemängelt, dass der Verkehr vor Ort nicht nur laut, sondern auch gefährlich ist.

Taxiunternehmer Josef van de Logt ist Anwohner am Moltkeplatz und bemängelt, dass der Verkehr vor Ort nicht nur laut, sondern auch gefährlich ist.

Dirk Jochmann

Taxiunternehmer Josef van de Logt ist Anwohner am Moltkeplatz und bemängelt, dass der Verkehr vor Ort nicht nur laut, sondern auch gefährlich ist.

Krefeld. Nostalgiker sind entzückt über das antike Pflaster. Anwohner halten sich die Ohren zu. Das Straßenpflaster am Moltkeplatz feiert Jubiläum. Der vermutliche Basaltstein dafür wurde vor rund hundert Jahren um das Jahr 1915/16 gelegt, zeitgleich mit der Eröffnung des Gymnasiums, das nach Plänen von August Biebricher dort entstanden ist.

Von den Stadthäusern aus der Gründerzeit auf der anderen Seite des Platzes sind nur noch vier im Urzustand erhalten. Die anderen sind wohl im Krieg zerstört worden. Erhalten geblieben aber ist das Straßenpflaster auf dem rund 120 Meter langen Straßenstück. Das sorgt seit Jahren für Unmut unter den Anwohnern. Taxiunternehmer Josef van de Logt, der in Nummer 21 des Moltkeplatzes wohnt: „Hier wird zu schnell gefahren, es ist gefährlich und es ist laut, auch in den Häusern. Da muss etwas geschehen.“

Spielstraße würde zu hohe Kosten verursachen

SPD-Ratsfrau Anke Drießen-Seeger hat sich die Probleme der Anwohner angehört. „Der Platz wird offenbar von vielen Autofahrern als Schleichweg benutzt, um Ampelstopps auf der parallel verlaufenden Uerdinger Straße auszuweichen.“

Einstimmig befürworteten die Bezirksvertreter Mitte in der Sitzung am 23. Februar den SPD-Antrag auf Prüfung der Einrichtung einer verkehrsberuhigten Zone rund um den Moltkeplatz. In der Begründung des Antrags heißt es: „Wir bitten im Interesse der Bürger um Prüfung, ob hier eine Verkehrsberuhigung auf dem Wege eines Rückbaus des Moltkeplatzes zur Spielstraße mit Tempo 7 km/h ermöglicht werden kann, sowie um Ermittlung der Kosten. Die Stellplätze für die unmittelbaren Anlieger des Moltkeplatzes sollen erhalten werden.“

Von der Spielstraße sind sowohl van de Logt, als auch die SPD-Politikerin der Kosten wegen abgerückt. Verkehrsberuhigt wäre die Straße dann, wenn sie grundlegend umgestaltet werden würde. Die Fahrbahn könnte an einigen Stellen auf die gleiche Höhe wie der Bürgersteig angelegt werden, um die Autos abzubremsen. Damit würden aber auch eine Reihe von Stellplätzen wegfallen. Van de Logt verweist auf diese sogenannten Aufpflasterungen, die auch im Zuge der Initiative Krefelder Fairkehr im Umfeld der Schule umgesetzt wurden. Damit sollte auch die Sicherheit der rund 650 Moltke-Schüler erhöht werden. Van der Logt, der als gewerblicher Kraftfahrer große Erfahrung im Straßenverkehr besitzt: „Das wäre doch auch für unseren Platzbereich die kostengünstige Lösung zur Tempo- und damit auch Lärmreduzierung“, sagt er.

Polizei sieht in dem Bereich keinen Unfallschwerpunkt

SCHÜLER Rund 650 Schüler besuchen das Gymnasium am Moltkeplatz (von der fünften bis neunten Klasse ist der Schulbetrieb dreizügig, in der Oberstufe sind pro Stufe derzeit rund 80 Jugendliche).

HISTORIE
Die Stiftungsschule wurde in ihrer wechselvollen Vergangenheit Höhere Stadtschule, Städtische Realschule zweiter Ordnung (1832 bis 1865), dann erster Ordnung (bis 1882), Realgymnasium (bis 1924), Neusprachliches Gymnasium (bis 1933), hieß dann Schäfer-Voß-Schule (bis 1945) und danach Gymnasium am Moltkeplatz. Im Zweiten Weltkrieg wurden große Teile des Gebäudes zerstört.

Auch Drießen-Seeger schließt sich dieser Argumentation mittlerweile an, zumal Stadt-Sprecher Manuel Kölker auf WZ-Anfrage darauf hinweist, dass „für den Bau einer Spielstraße die Anlieger zu 90 Prozent an den Umbaukosten beteiligt werden würden“. Klarheit soll die nächste Sitzung der Bezirksvertretung am 19. Mai bringen. In einer Vorlage wird der Fachbereich Tiefbau dann über Kosten der Verkehrsberuhigung berichten.

Die Polizei-Unfallstatistik seit 2013 sagt folgendes für den Bereich aus: An der Roonstraße gab es 2015 und 2016 je einen Unfall. Für die Moltkestraße wurde ein Unfall registriert. Am Moltkeplatz gab es keinen Unfall zu verzeichnen. Polizei-Sprecherin Karin Kretzer erklärt deshalb: „Aus unserer Sicht ist die Örtlichkeit kein Unfallschwerpunkt.“

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