Vor zehn Jahren wurde die Psychosoziale Notfallversorgung ins Leben gerufen, um Rettungskräften zu helfen.

Krefeld. Bei Unfällen und Katastrophen leiden nicht nur die Opfer und ihre Angehörigen. Auch die Einsatzkräfte von Polizei, Rettungsdiensten und Feuerwehr können oft mit dem Geschehen nicht allein fertig werden. Hilfe kommt von den Mitgliedern der Psychosozialen Notfallversorgung (PSNV), einer Gruppe ehrenamtlicher Fachleute, die es am Niederrhein seit zehn Jahren gibt.

Nach den Katastrophen beim Flugtag in Ramstein 1988 und dem ICE-Unfall 1998 setzte sich die Erkenntnis durch, dass auch die Einsatzkräfte einer psychologischen Betreuung bedürfen. Bernard Dodier (58), Leiter der Krefelder Telefonseelsorge, und der evangelische Theologe Michael Hack (68) haben damals ein Team für "Stressbearbeitung nach belastenden Ereignissen" gegründet.

Den ersten größeren Einsatz hatte das Team, dem heute rund 20 Fachleute angehören, beim Einsturz der Decke des Badezentrums im August 2000, als 43Schüler unter Todesängsten mit Blessuren und Schrecken davon kamen. Hack: "Damals haben wir auch die Familien besucht."

Im Einsatz waren die Mitarbeiter der Psychosozialen Notfallversorgung auch im August, als ein 71-jähriger Rentner in Amern drei Menschen erschossen hatte. Sie haben geholfen, in der Nähe des Tatorts einen Baum zum Gedenken zu pflanzen.

Bernard Dodier weist auf Einsätze bei Selbsttötungen auf Bahnstrecken hin, die meist Lokführer und Reisende traumatisieren. So etwaim September, als eine 14-jährige Schülerin sich im Bahnhof Kempen vor den Augen der wartenden Fahrgäste von einem Zug überrollen ließ.

Der PSNV arbeitet zwischen Mönchengladbach und Kleve. Die Organisation, die von ihren Mitgliedern einen Jahresbeitrag von 24 Euro erwartet und ansonsten von Spenden lebt, ist jetzt auch über die Krefelder Feuerwehr-Leitstelle unter Ruf 61 20 anzufordern.

Am Samstag, 21. November, 18 Uhr, referiert Jutta Helmerichs vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe im Gemeindehaus der Krefelder Friedenskirche. Am Sonntag, 22. November, gibt es in der Friedenskirche um 18 Uhr eine liturgischen Feier.

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