22 der 30 Mitglieder wählten den 72-Jährigen zum Vorsitzenden.

Krefeld. Zügig, friedlich und sachlich ist die mit Spannung erwartete Jahreshauptversammlung der Arbeitsgemeinschaft Krefelder Bürgervereine (AKB) verlaufen. Entgegen allen Unkenrufen hat die AKB nun eine neue Satzung und wieder einen regulären Vorsitzenden. 22 der 30 Mitgliedsvereine wählten Hans Jürgen Herzog (72) vom Bürgerverein (BV) Forstwald.

Bis zu dessen Wahl hatte Rolf Hirschegger (64) vom BV Inrath die Sitzung in souveräner Weise geleitet. Unter dem stehenden Applaus der Sitzungsteilnehmer konnte Hirschegger noch rechtzeitig der langjährigen AKB-Vorsitzende Brigitte Reich (BV Süd) einen Blumenstrauß überreichen, bevor sie die Sitzung vorzeitig verließ.

Reich war im April zurückgetreten, nachdem ihr mehrere Mitglieder eigenmächtiges Handeln vorgeworfen hatten. Hirschegger: "Wir danken Ihnen für das, was Sie 15 Jahre lang für die AKB und die Stadt getan haben." Reich: "Ich nehme den Dank von denen an, die loyal zu mir waren."

Geheim, wie es die neue Satzung auch vorschreibt, wählten die Vertreter von 27anwesenden Bürgervereinen den neuen Vorstand. Stellvertretender Vorsitzender ist jetzt Reinhardt Karrenstein (BV Tackheide), zum Geschäftsführer wurde Manfred Adam (BV Fischeln) gewählt. Stellvertretende Geschäftsführerin ist die bisherige Kassiererin Gerda Rocker (BV Kliedbruch). Schriftführer wurde Heinz-Werner Knoop (BV Grönland), sein Stellvertreter ist Siegfried Leigraf (Bürgergesellschaft Stadtmitte).

Der neue Vorsitzende Herzog gab die Devise aus, die AKB sei Dienstleister der Bürgervereine und nicht ihr Chef, die Betonung liege auf Gemeinschaft. Herzogs Stakkato: "Gemeinsam, transparent, vertrauensvoll."

Die Arbeitsgemeinschaft Krefelder Bürgervereine hat zur Zeit noch 30 Mitgliedsvereine von insgesamt 34 Bürgervereinen in Krefeld. Sie vertritt demnach rund 14000 Mitglieder.

Der neue AKB-Vorsitzende Hans Jürgen Herzog stammt aus Wiesbaden, lebt aber schon lange in Krefeld. Insgesamt 18 Jahre lang war er Vorsitzender des Bürgervereins Forstwald.

Mit großem Verhandlungsgeschick hatte zuvor Rolf Hirschegger es hinbekommen, dass die neue Satzung verabschiedet wurde. Das Kunststück gelang, weil zugesichert wurde, die neue Satzung auf den Prüfstand zu stellen und wenn nötig wieder zu ändern. Hirschegger hatte die Versammlung mit einem Statement auf das Ziel des Abends eingestimmt: Jeder der Anwesenden setze viel Zeit ein für die Gestaltung des Lebensumfelds und die Entwicklung der Stadt. Die AKB könne prägend sein.

Die Bürgervereine Bockum und Süd wollen austreten

Nicht alle sehen das so: Wilhelm Kolder, vor zwei Jahren zum Geschäftsführer gewählt, beteiligte sich noch an den Wahlen, kündigte aber für den BV Bockum des Austritt aus der AKB zum Jahresende an. Und Brigitte Reich will dem Vorstand des BV Süd das auch empfehlen. Im vergangenen Jahr war bereits der BV Hüls aus der AKB ausgetreten. Ludwig Schiffmann von Bürgerverein Kempener Feld empfahl dem neuen Vorstand, eine Geschäftsordnung auszuarbeiten und ein Programm aufzustellen. Seine Stichworte: Teilnahme an gesamtstädtischen Foren, Eiserner Rhein, Bundesstraße 9n, Ausbau der A 57, Stadtumbau West, Integration von Einwanderern, Entwicklung der Kasernengelände, Luftreinhalteplan, Winterdienst.

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