Dagmar Groß, Redaktionsleiterin WZ Krefeld
Dagmar Groß, Redaktionsleiterin WZ Krefeld

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Jochmann, Dirk (dj)

Dagmar Groß, Redaktionsleiterin WZ Krefeld

Krefeld. Was ist das für ein Eindruck, den wir Gästen vermitteln, wenn sie die Ausländerbehörde brauchen: am Telefon – kein Durchkommen. Termin – frühestens in zwei Monaten. Anträge – stapeln sich auf den Tischen überforderter Mitarbeiter.

Längst trifft dies nicht mehr nur Asylbewerber. Mittlerweile sind auch Urlaubsreisen, Familienfeiern oder Arbeitsaufenthalte betroffen, macht die schlechte Besetzung des Amtes berufliche und dienstliche Pläne Krefelder Bürger und ihrer Gäste zunichte. Da wirken die „Herzlich willkommen“-Schilder am Stadtrand wie Hohn.

Alle Parteien betonen mittlerweile in ihren Programmen, wie wichtig die Integration nicht deutschstämmiger Menschen in unsere Gesellschaft ist – gerade auch im Hinblick auf den demografischen Wandel.

Wenn eine Stadt aber nicht in der Lage ist, einem Krefelder rechtzeitig die Urlaubsfahrt in die alte Heimat zu ermöglichen, die Familie der Schwiegertochter angesichts dieser Wartezeiten nicht rechtzeitig zur Hochzeit hier ist oder der Geschäftspartnern nicht zu einem wichtigen Termin kommen kann, führt man dieses Ziel ad absurdum.

Die Verwaltung wollte diese Situation durch zusätzliche Stellen entschärfen, die Mehrheit hat dies im Rat erneut abgelehnt. Neben dem Sparwillen von CDU, FDP und UWG war dabei – wie schon in der gesamten Haushaltsdebatte – die abgrundtiefe Skepsis gegenüber der inhaltlichen und personellen Leistung der Verwaltung zu spüren. Selbst dem Oberbürgermeister als Chef der Verwaltung und Mittler zur Politik gelingt es derzeit nicht, diesen Graben zu überwinden – mit entsprechenden Folgen für die Stadt und ihre Bürger.

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