Der Bundesbeauftragte für Zivildienst besuchte die Krefelder Klinik.

Zivis sind nicht nur wie hier im Krankenhaus nicht weg zu denkende Helfer. Ohne sie geht vielerorts gar nichts.
Zivis sind nicht nur wie hier im Krankenhaus nicht weg zu denkende Helfer. Ohne sie geht vielerorts gar nichts.

Zivis sind nicht nur wie hier im Krankenhaus nicht weg zu denkende Helfer. Ohne sie geht vielerorts gar nichts.

dpa

Zivis sind nicht nur wie hier im Krankenhaus nicht weg zu denkende Helfer. Ohne sie geht vielerorts gar nichts.

Krefeld. Für den Besuch des Bundesbeauftragten für Zivildienst hat das Helios-Klinikum extra Zusatzpersonal eingeteilt - damit möglichst viele Zivis der Einrichtung auch den Worten von Jens Kreuter lauschen können.

Einer der jungen Männer saß sogar in OP-Montur unter den Zuhörern. "Ohne sie würde das hier nicht laufen", betonte der Ärztliche Direktor, Dr. Volkhard Fiedler - und das gilt nicht nur für das Krefelder Krankenhaus.

Wieso aber überhaupt Zivildienst und nicht Bundeswehr? Die Motivation, das wurde im Gespräch deutlich, ist oft unterschiedlich. Einige wissen einfach noch nicht, was sie nach der Schule machen wollen und ziehen dem Dienst an der Gesellschaft dem an der Waffe vor. Andere haben bewusst das Krankenhaus gewählt, weil später ein Medizinstudium folgen soll. Und für einige ist es als "Zivi" einfacher, die Fußball-Karriere im Heimatverein vorzuziehen.

"Mein Traumberuf ist das hier sicher nicht", stellte einer der Jugendlichen fest. Aber die Entscheidung, zu verweigern, sei die richtige gewesen. Von einer "verschwendeten Zeit" wollte niemand reden - zumal es auch immer Hintertüren gibt, dass der Zivildienst einen bei der Suche nach einem Ausbildungs- oder Studienplatz nicht benachteiligt und die Lücke im Zeitplan zu groß wird.

Bei all dem Lob, kritische Stimmen gab es auch. Zivis, so die Meinung eines 19-Jährigen, seien deshalb auch gerne in den Einrichtungen gesehen, weil sie einfach billiger als angestellte Mitarbeiter seien. Dies gelte aber, betonte Jens Kreuter, nicht nur für privat geführte Häuser wie das Helios. "Fachkräfte kosten immer mehr - egal wo." Schließlich seien Zivis aber nicht Ersatz-, sondern zusätzliche Kräfte.

99 Prozent aller Verweigerungen werden akzeptiert. Wenn die Formalitäten wie Lebenslauf und Begründung eingehalten werden, gebe es laut Jens Kreuter keine Probleme.

40 Prozent der jungen Männer werden mittlerweile aber schon vorab ausgemustert.

Der Bundesbeauftragte, der den FDP-Bundestagsabgeordneten Otto Fricke an seiner Seite hatte, kündigte an, sich weiter für eine freiwillige Verlängerung des Zivildienstes - derzeit neun Monate - einzusetzen. Beschwerden von Zivis, etwa über ihre Dienststelle, würde es übrigens nur sehr selten geben. Schließlich würden die genau wissen, was sie an ihren Zivis haben. "Deshalb werden die meist sehr gut behandelt."

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