Das Klinikum am Lutherplatz wird zum Mittelpunkt der neuen Region Rheinland.

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Reiner Micholka und Hans Walter Singer (v.r.) sind die Geschäftsführer der Helios-Kliniken Krefeld. Das Klinikum wird Zentrum der neuen Helios Region Rheinland, dessen Geschäftsführung Singer zusätzlich übernimmt. (Archiv: Andreas Bischof)

Reiner Micholka und Hans Walter Singer (v.r.) sind die Geschäftsführer der Helios-Kliniken Krefeld. Das Klinikum wird Zentrum der neuen Helios Region Rheinland, dessen Geschäftsführung Singer zusätzlich übernimmt. (Archiv: Andreas Bischof)

Reiner Micholka und Hans Walter Singer (v.r.) sind die Geschäftsführer der Helios-Kliniken Krefeld. Das Klinikum wird Zentrum der neuen Helios Region Rheinland, dessen Geschäftsführung Singer zusätzlich übernimmt. (Archiv: Andreas Bischof)

Krefeld. Das Klinikum Krefeld wird Zentrum der neuen Helios-Region Rheinland. Diesen Schritt hatte der private Träger bei der Übernahme des Krankenhauses im Dezember 2007 angekündigt. Jetzt wird das Vorhaben Wirklichkeit. Das hat Francesco De Meo, Vorsitzender der Helios-Geschäftsführung, am Donnerstag in Berlin mitgeteilt.

"Wir freuen uns, dass das inzwischen hervorragend aufgestellte Klinikum 2010 zum Zentrum der neuen Region Rheinland wird", sagt De Meo. Die umfasst neben dem Klinikum am Lutherplatz die Kliniken Hüls, Oberhausen und Lengerich. Hans Walter Singer wird - neben seiner Tätigkeit als Geschäftsführer des Klinikums - diese Region künftig als Regionalgeschäftsführer leiten.

Helios wollte ursprünglich eine Region Rhein-Ruhr gründen. Nach Informationen der WZ hatte der private Krankenhausträger im vergangenen Jahr zwischenzeitlich überlegt, das Klinikum Dortmund zu übernehmen. Im Rahmen einer personellen und strukturellen Neuaufstellung der Helios-Kliniken, ist jetzt unter anderem die Entscheidung für die Region Rheinland gefallen.

"Mit dem Umbau der Regionen haben unsere 62 Kliniken jetzt eine geografisch weiter optimierte Zuordnung. Damit können wir die Akut- und Reha-Behandlung unserer Patienten noch besser aufeinander abstimmen", so De Meo. Auch das Wachstum des Unternehmens in den letzten beiden Jahren hätte die Neuordnung der Regionen notwendig gemacht.

Das Klinikum als Haus der Maximalversorgung wird künftig im Mittelpunkt der neuen Region stehen. Das ist ein weiterer Schritt zur Gesundung des Krankenhauses, das vor zwei Jahren vor dem Konkurs stand. Inzwischen schreibt das Haus erste schwarze Zahlen. Die Patientenzahlen sind in 2008 um rund zehn Prozent gestiegen auf insgesamt 43 846 Fälle, der Verlust von rund 40 Millionen (zum 31.Dezember 2007) ist auf einen einstelligen Millionenbetrag zurückgeführt worden.

Die WZ startet eine neue Serie über den Weg der Privatisierung des Klinikums. Seit eineinhalb Jahren bestimmen die Helios Kliniken GmbH das Geschehen am Lutherplatz. Vorausgegangen war eine erbitterte Diskussion über Vor- und Nachteile. Wie urteilen Patienten und das Personal heute über den neuen Betreiber? Wie lautet die Meinung von Geschäftsführung und ärztlichem Direktor? Die WZ hat sich umgehört und veröffentlicht das Ergebnis ihrer Recherchen in einer fünfteiligen Serie.

"Helios macht das Rennen", titelt die Westdeutsche Zeitung im November 2007. "Die Helios-Klinken werden die Städtischen Krankenhäuser für 15 Millionen Euro kaufen und die Schulden übernehmen."

Als dieser Mehrheitsbeschluss im Rat stand, hatten Befürworter und Gegner schwere Zeiten hinter sich. Die Angst, den Arbeitsplatz zu verlieren, und die Befürchtung von Klinikschließungen standen auf der einen Seite. Die Gewissheit, dass das Haus weiter in die roten Zahlen abrutscht, auf der anderen. Allein in 2005 wurde ein Defizit von 16 Millionen Euro erwirtschaftet.

Ratsbeschlüsse vom September 2006 und Februar 2007 beinhalteten dann den Auftrag, einen strategischen Partner für die Städtischen Krankenhäuser Krefeld gGmbH zu suchen. Im April 2007 startete die Gewerkschaft Verdi die Unterschriftensammlung für ein Bürgerbegehren gegen den Verkauf. Der Rat lehnte in seiner Sitzung im Juni das Bürgerbegehren wegen "mehrerer Rechtsbrüche” als unzulässig ab. Im August 2007 standen noch fünf von zwanzig Bewerbern in der engeren Wahl. Im November fiel dann die Entscheidung.

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