Ein 53-jähriger Krefelder steht wegen schweren sexuellen Missbrauchs vor Gericht. Der soll über Monate gegangen sein.

SYB KR Gericht
Das Krefelder Amts- und Landgericht

Das Krefelder Amts- und Landgericht

Strücken, Lothar (Archiv)

Das Krefelder Amts- und Landgericht

Krefeld. Wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern und wegen Besitzes kinderpornographischen Materials muss sich ein 53-jähriger Krefelder vor dem Landgericht verantworten. Der Staatsanwalt wirft Walter E. vor, sich über Monate hinweg an seinem derzeit achtjährigen Patensohn aus Duisburg vergangen zu haben.

Erst als sich der Junge weigerte, ein weiteres Wochenende bei ihm zu übernachten, und sich seiner Mutter anvertraute, flog der Maler und Lackierer auf. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft.

Gleich zu Beginn seiner Verhandlung vor dem Landgericht erklärte Walter E. der Richterin zwar, dass alle Anklagepunkte gegen ihn zuträfen, betonte jedoch, dass er nicht den Eindruck gehabt hätte, dass dem Kind das unangenehm gewesen sei.

„Der Kleine ist sehr gerne gekommen, und wir haben viele schöne Ausflüge unternommen und zusammen gekocht“, so der bereits mehrfach wegen Kindesmissbrauchs vorbestrafte Mann. „Außerdem habe ich ihm vorher gesagt, dass ich so etwas gerne mit ihm machen möchte. Und er hat ja gesagt.“ Dies sei halt so seine Praxis.

Punkten konnte er damit allerdings nicht. „Das werde ich so nicht stehen lassen. Es ist immer das Gleiche“, so die Richterin. „Pädophile bilden sich doch tatsächlich ein, dass es ihren jungen Opfern gefällt. Und wenn Sie dem Kind hier vor Gericht die Aussage darüber ersparen wollen, was es wirklich durchgemacht hat, dann erzählen Sie uns jetzt alles.“

Die Mutter berichtet von schwerer Traumatisierung des Kindes

Doch der Angeklagte legte noch einen drauf: „Ich möchte auch nicht, dass er aussagen muss. Ich gebe ja auch alles zu. Aber ich hatte halt gespürt, dass er bereits sexuell aktiv und meinen Wünschen gegenüber aufgeschlossen war.“ Die als Zeugin befragte Mutter hingegen berichtete von einer schweren Traumatisierung des Kindes, von Angst, dem Protest vor der Fahrt nach Krefeld und wie es dann weinend über das Geheimnis zwischen ihm und „Onkel Walter“ sprach.

Details, die der Junge dann bei der Polizei nannte, hätten selbst die Ermittler sprachlos hinterlassen. „Dabei war Walter doch ein Freund der Familie. Wir wohnen nicht in Krefeld, und ich wusste nichts von seiner Vergangenheit. Er hat unser Vertrauen auf das Schlimmste missbraucht.“ All dies liegt nun über ein Jahr zurück. Ob das Kind aber aussagen muss oder nicht, hängt nun von der weiteren Beweisaufnahme ab. Der Prozess wird im Februar fortgesetzt.