Meister Lampe ist ein Künstler der Tarnung. Jäger schonen die Tiere. Aber Pestizide bewirken, dass der Bestand des Vegetariers merklich abnimmt.

Ostern
Hasen gibt es vom Polarkreis bis zum Mittelmeer und von Nordspanien bis zum Ural. Bestandteil der innerartlichen Kommunikation sind Markierungen mit Nasen– und Afterdrüse.

Hasen gibt es vom Polarkreis bis zum Mittelmeer und von Nordspanien bis zum Ural. Bestandteil der innerartlichen Kommunikation sind Markierungen mit Nasen– und Afterdrüse.

Deutscher Jagdverband/Siegel

Hasen gibt es vom Polarkreis bis zum Mittelmeer und von Nordspanien bis zum Ural. Bestandteil der innerartlichen Kommunikation sind Markierungen mit Nasen– und Afterdrüse.

Krefeld. Viele Hunde sind des Hasen Tod. Nun kommen auch noch wildernde Hauskatzen hinzu und werden zu einer Bedrohung für Meister Lampe. Pestizide, die in der Landwirtschaft eingesetzt werden, bewirken ebenso, dass der Vegetarier, Lepus europaeus, im Bestand abnimmt. Doch aussterben wird der Feldhase in NRW und Krefeld nicht. Er muss auch nicht – wie etwa in Brandenburg – auf die Rote Liste, wie es auch hierzulande schon geplant war. Ostern ist gerettet.

Der Feldhase ist neben dem Ei ein Zeichen des Osterfestes. „Er ist das Symbol für Leben“, erläutert Carl Wiegand. Er ist Vorsitzender der Kreisjägerschaft und Jagdberater der Stadt.

„Der Feldhase ist wehrlos und sichert seinen Fortbestand durch eine zahlreiche Nachkommenschaft.“

Carl Wiegand, Kreisjägerschaft

„Der Feldhase ist wehrlos und sichert seinen Fortbestand durch eine zahlreiche Nachkommenschaft.“ Die Häsin besitze ein besonderes Phänomen, berichtet Wiegand weiter. Durch die sogenannte Superfötation kann die bereits trächtige Häsin erneut befruchtet werden.

Das Frühjahr ist der Beginn der Paarungszeit. Das wirkt sich besonders auf die männlichen Tiere aus. „Bei den wilden Paarungskämpfen handelt es sich um Boxkämpfe, bei denen der Gewinner die Gunst des Weibchens erwirbt. Die ,Boxer‘ richten sich dabei auf ihre Hinterpfoten auf und versuchen, sich gegenseitig mit den Vorderpfoten auf die Köpfe zu schlagen“, berichtet Wiegand.

Zählung für Krefeld ergab einen Bestand von 6000 Tieren

Im Frühjahr – und im Herbst – wird die Population von Familie Feldhase gezählt. Das geschieht per Scheinwerfer im Dunklen. Denn Hasen sind nachtaktiv. „Hierfür gehen wir gemeinsam nachts auf Pirsch, sind Jäger auf Hasensuche.“

Der Hase stammt ursprünglich aus der Steppenlandschaft und ist als Kulturfolger ein anpassungsfähiges Tier, das heute in unserer Kulturlandschaft lebt. Er ist in Deutschland fast flächendeckend verbreitet. Seit den 1960er Jahren ist aber der Feldhasen-Bestand in vielen Teilen Europas stark zurückgegangen. Als Hauptgrund wird die Intensivierung der Landwirtschaft angesehen, insbesondere der massive Einsatz von Dünger und Pestiziden sowie der intensive Maschineneinsatz. Nach Greenpeace-Angaben beträgt der jährliche Pestizid-Verbrauch in Deutschland 30 000 Tonnen.

Lange Ohren mit schwarz-umrandeten Spitzen. Große, bernsteinfarbene Augen, die seitlich am Kopf sitzen, so dass der Hase nach hinten sehen kann, ohne den Kopf zu drehen. Das Fell ist an der Oberseite erdbraun (Tarnung), an der Bauchseite weiß. Äußerlich unterscheiden sich Häsin und Hase nicht. Feldhasen mögen gerne Salat und Rüben, auch Kohl ist lecker. Hasen werden in freier Wildbahn etwa vier Jahre alt, in Gefangenschaft neun Jahre.

1976 wurden in Krefeld noch 4020 Feldhasen erlegt. In 2011 waren es nur noch 860 Tiere.

Die jüngste Zählung hat für Krefeld einen Bestand von 5000 bis 6000 Tieren ergeben. „Das ist drastisch weniger als früher.“ Das kalte Frühjahr des vergangenen Jahres werde sich noch bemerkbar machen. Dennoch sei Krefeld eine gute Hasengegend. „Sie mögen den trockenen und warmen Boden von der Kempener Platte bis nach Fischeln. Die Wälder lieben sie nicht so sehr.“

Der Feldhase ist ein scheuer Bewohner der Feld- und Wiesenlandschaften. Werden derartige Vierbeiner in der Nähe von Wohngebieten gesehen, sind es meist Karnickel. Oft wird der Feldhase angesichts seiner ausgezeichneten Tarnung gar nicht erst wahrgenommen und übersehen.

Das liegt auch daran, dass sich Feldhasen bei nähernder Gefahr in eine Kauerstellung begeben und in eine Ackermulde – in die „Sasse“ – legen und dadurch noch schwieriger auszumachen sind. Wiegend: „Dort bleiben sie lange liegen. Am längsten verharren die Häsinnen in der Sasse. Sie werden vom Jäger dadurch erkannt und geschont, um die Population nicht zu verringern.“

Für wilde Katzen sind Junghasen eine leichte Beute

Überhaupt verhielten sich die Waidmänner verantwortungsbewusst und bejagten den Feldhasen sehr zurückhaltend, sagt Wiegand. „Oftmals wird bei Treibjagden nur jeder sechste erlegt. Oder es findet wie nach dem langen eisigen Frühjahr 2013 überhaupt keine in Krefeld statt.“ Dafür gingen viele Menschen zu sorglos mit ihren Katzen um. Wiegand: „Sie verwildern und vermehren sich unkontrolliert. Für sie sind Junghasen eine leichte Beute.“

Hasen können ausgezeichnet riechen und hören. Ihre langen Ohren, die Löffel, sind außerordentlich beweglich, sie nehmen nicht nur Geräusche auf, sondern sie orten diese auch. Ihre Jungen lassen sie früh allein und entfernen sich von ihnen – auch, um Angreifer von ihnen abzulenken.

Denn neben Hunden, Katzen und schädlichen Pestiziden, die sie mit der Nahrung aufnehmen, sind auch Krähen gefährlich. Und die sind ausgesprochen schlau. Während die Hasenmutter eine Krähe abwehrt, kommt eine zweite und holt sich ein kleines Häschen.

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