Am Samstag startet bundesweit ein Projekt, das über fünf Jahre angelegt ist – zunächst.

wza_1500x998_613559.jpeg
Steinzeit im Hansa-Centrum: Zwei Tage vor dem Start einer bundesweiten Imagekampagne wollte die Kreishandwerkerschaft Niederrhein demonstrieren, wie die Welt heute ohne Handwerk aussähe. Dem kleinen Jamal ist die Sache nicht ganz geheuer.

Steinzeit im Hansa-Centrum: Zwei Tage vor dem Start einer bundesweiten Imagekampagne wollte die Kreishandwerkerschaft Niederrhein demonstrieren, wie die Welt heute ohne Handwerk aussähe. Dem kleinen Jamal ist die Sache nicht ganz geheuer.

Dirk Jochmann

Steinzeit im Hansa-Centrum: Zwei Tage vor dem Start einer bundesweiten Imagekampagne wollte die Kreishandwerkerschaft Niederrhein demonstrieren, wie die Welt heute ohne Handwerk aussähe. Dem kleinen Jamal ist die Sache nicht ganz geheuer.

Krefeld. Gestern herrschte die Steinzeit im Hansa-Centrum. Die Kreishandwerkerschaft Niederrhein (Krefeld, Viersen, Neuss) hat zwei Tage vor dem Start einer bundesweiten, großen Imagekampagne des deutschen Handwerks diese Kulisse gewählt, um auf die wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung des Handwerks in der Region hinzuweisen - auf die "Wirtschaftsmacht von nebenan", wie Kreishandwerksmeister Otwin Dewes formuliert.

Die Steinzeit haben die Handwerker gewählt, um zu zeigen, wie die Welt ohne sie aussehe - bewusst übertrieben dargestellt, mit flotten Sprüchen dekoriert, wie die Menschen ab Samstag um 20.14 Uhr in einem TV-Spot sehen können. Große Plakate werden dann auch zu sehen sein, ebenfalls mit Sätzen wie "Am Anfang waren Himmel und Erde. Den Rest haben wir gemacht".

Viele Berufe werden nicht dem Handwerk zugeordnet

Die komplette, bundesweite Image-Kampagne läuft der Nachhaltigkeit wegen über zunächst fünf Jahre und kostet pro Jahr zehn Millionen Euro. Das Geld stammt über ein bestimmtes System von den Betrieben und Institutionen selbst. Hintergrund dieses Schrittes, erläuterten gestern Otwin Dewes, sein Stellvertreter Rolf Meurer und Hauptgeschäftsführer Paul Neukirchen, sei eine repräsentative Forsa-Umfrage nach dem Tenor "Wie sehen Sie das Handwerk?" "Die Ergebnisse haben den Beschluss zur Kampagne untermauert. Das Image des Handwerks muss aufpoliert werden", sagt Neukirchen. "Ein Ergebnis der Umfrage zum Beispiel war, dass viele Berufe gar nicht dem Handwerk zugeordnet werden.".

Der Fernseh-und Kinospot ist der Anfang, die Plakate mit den markigen Sprüchen ebenfalls. "Wir haben unterschiedliche Auftritte für unterschiedliche Zielgruppen", sagen Dewes und Meurer. "Wir haben eine ganze Menge im Köcher." Bei den vielen Informationen auch per Internet geht es auch um den Bekanntheitsgrad von Berufen des Handwerks. Da sind Schreiner/Tischler mit 67 Prozent Spitzenreiter, Bäcker liegen bereits tiefer mit 15 Prozent.

Und dass Fliesenleger ein Handwerksberuf ist, wussten nur drei Prozent der Befragten. "Und auch für die Region gilt: Der Niederrhein ohne Handwerk? Undenkbar!", verweisen Dewes, Meurer und Neukirchen auf die Bedeutung - auch für den sozialen Bereich durch ehrenamtliches Engagement "nebenan".

In der Region Krefeld-Viersen-Neuss gibt es 10899 selbständige Handwerksbetriebe mit 53045 Beschäftigten und 4460 Auszubildenden. Im Durchschnitt beschäftigt jeder Betrieb fünf Arbeitnehmer.

Rund 1100 Unternehmen in der Region sind in den kommenden fünf Jahren auf altersbedingter Nachfolgersuche.

Das Handwerk in der Region stellt ein Drittel der Ausbildungsplätze. 23,5 Prozent sind weiblich - Tendenz steigend.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer