Krefeld. Die Situation ist zwar noch nicht so dramatisch wie in Wuppertal, wo der Schuldenberg an der Zwei-Milliarden-Grenze kratzt. Dennoch sieht SPD-Fraktionschef Ulrich Hahnen auch auf die Krefelder Einschnitte zukommen. Ein gutes Gegenmittel sieht er in einer aggressiveren Werbung um ansiedlungswillige Firmen.

"Auch in Krefeld wird es Einschränkungen geben", ist sich Hahnen sicher und denkt zum Beispiel an den Büchereibus, der aus Altersgründen bald seinen Geist aufgibt. Ein neues Fahrzeug werde es wohl nicht geben. Auch für die Erweiterung des Badezentrums Bockum sieht er in den nächsten Jahren schwarz - es sei denn, man fände einen privaten Partner.

Doch noch intensiver als über Sparmaßnahmen müsse man über Ansiedlungen diskutieren, findet der SPD-Politiker: "Die Gewerbegebiete in Düsseldorf und Ratingen stoßen an ihren Grenzen, manche Firma möchte expandieren, kann aber nicht. Auf die müssen wir gezielt zugehen. Das kommt im Moment viel zu kurz."

Der Verkauf von Parkhäusern ist für die SPD prüfenswert

Sparpotenzial sieht Hahnen im städtischen Gebäudemanagement. Allerdings müsse eine vernünftige Mischung aus Zentralisierung und Dezentralisierung her: "Die Schulhausmeister zu zentralisieren ist zum Beispiel Quatsch. Die identifizieren sich viel mehr mit ,ihrer’ Schule, wenn sie fest zugeteilt sind."

Auch beim Verkauf städtischen Vermögens will Hahnen keine Pauschalurteile fällen: "Ich kann mir einen Verkauf vorstellen - für alles, was nicht notwendig ist. Darunter fallen aber keineswegs Kunstgegenstände oder städtische Töchter, die Gewinne ausschütten und soziale Verantwortung tragen, wie SWK oder Wohnstätte."

Den Vorschlag von Kämmerer Manfred Abrahams, die Parkhäuser zu verkaufen, hält er hingegen für prüfenswert, wenn man bei den Gebühren ein Wörtchen mitreden kann: "Wenn die Häuser in Ordnung gebracht werden, ist der Bürger auch bereit, etwas mehr zu zahlen." Hahnen: "Wir sind bereit, auch in saure Äpfel zu beißen, aber nur, wenn der Haushalt dann auch eine soziale Handschrift trägt."

Keine Lösung ist für Hahnen der weitere Abbau von Verwaltungspersonal. "Dort haben wir in den letzten zehn bis zwölf Jahren rund 600 Stellen abgebaut, die sind jetzt an der Grenze ihrer Leistung." Auch bei den Dezernenten sei schon abgebaut worden. Da die Beigeordneten für die strategische Entwicklung ihrer Bereiche zuständig sind, verbaue man sich Zukunftschancen.

Nachdenken könne man allerdings darüber, ob die Linner Museen wirklich zwei Leiter brauchen und ob dort nicht durch engere Kooperationen Synergien zu schaffen seien.

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