Die Container-Terminal GmbH hat für das Areal vorgeschriebene Sicherheitsvorkehrungen getroffen.

Krefeld. Die Hausaufgaben sind gemacht, die nötigen Vorbereitungen zur Gefahrenabwehr abgeschlossen. Jetzt wartet die Leitung der Krefelder Container-Terminal GmbH (KCT) auf ein Schreiben der Bezirksregierung. Ziel des Verfahrens: Die Zertifizierung im Rahmen des ISPS-Codes.

ISPS-Code steht für "International Ship and Port Facility Security Code" und umfasst ein umfangreiches Paket von Maßnahmen zur Gefahrenabwehr bei Schiffen und Häfen. Auslöser für das Regelwerk waren unter anderem die Terroranschläge vom 11. September 2001 in den Vereinigten Staaten.

"Der Code bedeutet, dass auch am Krefelder Container-Terminal die Lieferkette durchgängig überwacht wird", sagen die beiden KCT-Prokuristen Dirk Blohsfeld und Holger Kemp. Der erste ist Terminal-Manager, der zweite Kaufmännischer Leiter. Wenn die Bezirksregierung dies auch so sieht, wird die Zertifizierungsurkunde verliehen, wahrscheinlich schon jetzt im Januar.

Zaun umgibt jetzt das 33500-Quadratmeter-Gelände

Zur Umsetzung des ISPS-Codes auf dem Terminal-Gelände musste investiert werden. Gut sichtbar ist der Zaun, der das 33500 Quadratmeter große Gelände im Rheinhafen umschließt. Videoüberwachung, Zulasskontrolle und Besucherausweise sind zusätzliche Maßnahmen.

Außerdem müssen die zurzeit zwölf Mitarbeiter, die direkten Zugang zu den Containern haben, eine Sicherheitsüberprüfung bestehen. Das geht über das polizeiliche Führungszeugnis hinaus: Landes- und Bundeskriminalamt klopfen die Mitarbeiter ab und geben dann per Gutachten grünes Licht.

Die Krefelder Container-Terminal GmbH ist zum 1. Oktober 2008 als Betreiber der Anlage gestartet. Die KCT hat zurzeit zwölf Mitarbeiter. Sie ist eine 100-prozentige Tochter der Imperial Logistics International GmbH in Duisburg.

Nach der Erweiterung umfasst das Areal 33497 Quadratmeter. Das Terminal verfügt über zwei Krananlagen. Die Lagefläche hat eine Kapazität von 1400 Container-Einheiten.

Zurzeit verzeichnet KCT ein leichtes Wachstum mit 2000 bis 2500 Container-Bewegungen im Monat. Ziel sind 6000 im Monat.

Die Kunden der KCT sind entweder die Reedereien oder Spediteure, nie der Endkunde.

"Container-Anlagen sehen nicht überall gleich aus", erläutern die beiden KCT-Manager. "Die Umsetzung des Anforderungskataloges ist individuell verschieden." Eins ist aber überall gleich: Die Mitarbeiter haben absolutes Hausrecht gegenüber (ungebetenen) Besuchern. Dafür haben sie eine spezielle Schulung erhalten, wie sie sich Fremden gegenüber zu verhalten haben.

Zum ISPS-Code gibt es eine Gefährdungsstufen-Regelung: In der Stufe 3 herrscht normaler Betrieb. Bei Stufe 2 gelten verschärfte Sicherheitsbedingungen: Tore bleiben geschlossen, der Lkw-Verkehr ruht, die Terminal-Leitung ist rund um die Uhr am Telefon und in Verbindung mit der Bezirksregierung. Stufe 1 bedeutet konkrete Gefahr, der Betrieb ruht vollständig.

Die Video-Anlage ist in Betrieb, um das Areal vollständig unter Kontrolle zu haben; die Aufnahmen werden 14 Tage lang aufgehoben. Bei besonderen Gütern und nach Bedarf wird ein zusätzlicher Wachdienst beauftragt. Bei Hundeeinsatz weisen entsprechende Schilder darauf hin. Die Zertifizierungsurkunde kann also kommen.

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