Ein 16-Jähriger sowie zwei 18-Jährige erhalten Jugendstrafe wegen schweren Raubes. Urteil gegen 34-Jährigen steht noch aus.

Richterhammer
Ein Gericht urteilte über Werbeschilder an der Straße. Foto: Uli Deck

Ein Gericht urteilte über Werbeschilder an der Straße. Foto: Uli Deck

dpa

Ein Gericht urteilte über Werbeschilder an der Straße. Foto: Uli Deck

Krefeld. Zwischen Schwerkriminalität und „Dummer-Jungen-Streich“ bewegte sich eine Tat von vier mehr oder weniger jungen Männern aus Krefeld. Wegen der mussten sie sich am Mittwoch und Donnerstag vor dem Landgericht verantworten. Der Tatvorwurf gegen einen 16-Jährigen, zwei 18-Jährige und einen 34-Jährigen war allerdings alles andere als harmlos: „Besonders schwerer Raub in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung.“

Die vier Angeklagten sollen sich Ende Mai 2016 in Uerdingen getroffen haben, um eine Gruppe Jugendlicher „abzuziehen“. Es soll dabei um eine erhoffte Beute von 50 bis 70 Gramm Marihuana gegangen sein. Laut Geständnis der drei jungen Angeklagten, soll ihr 34-Jähriger mutmaßlicher Mittäter Pfefferspray und eine Elektroschockpistole zu dem Überfall mitgebracht haben.

Zumindest das Reizgas soll er auch gegen die Opfer eingesetzt haben. Die ergriffen zwar die Flucht, wurden aber laut Anklage zum Teil von den Angeklagten aufgehalten, getreten und um ihre Handys und Rucksäcke beraubt. Die jungen Angeklagten waren es auch, die die Attackierten kannten. Der ältere Angeklagte sagte, dass er seine Komplizen durch vorherige Drogengeschäfte kannte. In ihrem Schlussplädoyer brachte seine Verteidigerin zur Sprache, dass ihr Mandant es möglicherweise gar nicht war, der das Pfefferspray eingesetzt hat. Es kämen durchaus Mittäter in Frage.

Wie das Gericht die Schuldfrage bei ihm beurteilt ist noch nicht klar. Das Verfahren wurde abgetrennt. Denn der Mann soll aufgrund einer möglicherweise im Raum stehenden Drogensucht noch untersucht werden. Allerdings wurde gegen ihn bereits ein Haftbefehl verkündet. Bis jetzt war der Mann auf freiem Fuß. Die übrigen Angeklagten wurden zu Bewährungsstrafen verurteilt.

Der 16-Jährige erhielt eine zweijährige Jugendstrafe. Einer der 18-Jährigen muss für vier Wochen in den Dauerarrest, der andere muss dort ebenfalls hin, erhielt oben drauf aber noch eine sechsmonatige Jugendstrafe. Gegen den älteren Angeklagten wird das Verfahren fortgesetzt.

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