Die Kinder der Kita Kempener Allee stoppen mit der Polizei Raser. Auf die Verkehrssünder macht das Eindruck.

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Grazyna Malczewski hat alles richtig gemacht und bekommt ein grünes Kärtchen von den „Polizisten“ (v.l.): Ioannis, Sinem, Berkant und Melina. Erzieherin Gisela Drews (2. Reihe v.l.), Polizist Roland Kraus und Freddy Fair freuen sich mit.

Grazyna Malczewski hat alles richtig gemacht und bekommt ein grünes Kärtchen von den „Polizisten“ (v.l.): Ioannis, Sinem, Berkant und Melina. Erzieherin Gisela Drews (2. Reihe v.l.), Polizist Roland Kraus und Freddy Fair freuen sich mit.

DJ

Grazyna Malczewski hat alles richtig gemacht und bekommt ein grünes Kärtchen von den „Polizisten“ (v.l.): Ioannis, Sinem, Berkant und Melina. Erzieherin Gisela Drews (2. Reihe v.l.), Polizist Roland Kraus und Freddy Fair freuen sich mit.

Krefeld. Polizistin Nisa, sechs Jahre, reicht dem Raser das rote Papier. Zu schnell war der Mann im schweren Kombi auf der Kempener Allee unterwegs: mit 64 Stundenkilometern statt der erlaubten 50.

Nisa besucht die Kita Kempener Allee. Mit den 13 anderen Maxi-Kindern und der Polizei kontrolliert sie den Verkehr. Nisa weiß, um was es geht: "Sie dürfen nicht zu schnell fahren. Da kann man einen Unfall machen."

"Das tut mir wirklich Leid", sagt der ertappte Raser und verspricht, künftig mehr aufs rechte Tempo zu achten: Er darf weiterfahren - ohne Knöllchen, aber mit sichtlich schlechtem Gewissen und der roten Karte, die Nisa ihm gegeben hat. Für die Initiative "Fairkehr" messen vier Polizisten am Dienstagvormittag die Geschwindigkeiten, mahnen die Raser und loben die Fahrer, die vorbildlich unterwegs sind.

Wenn die Kinder mahnen, sind viele Fahrer schneller einsichtig

Das zeigt Wirkung: "Wenn die Kinder dabei sind, sind die Fahrer oft einsichtiger", hat Polizeioberkommissarin Sylke Welter-Gräfe beobachtet. Viele Temposünder legen sich die rote Karte mit dem traurigen Gesicht aufs Armaturenbrett - als Mahnung.

Wie die junge Frau, die mit 62 Stundenkilometern gemessen wurde. "Ich hab’ selber Kinder. Man sollte wirklich mehr darüber nachdenken, wie schnell man fährt." Seit vier Jahren dürfen die Maxi-Kinder der Kita mit Bezirkspolizist Oliver Northolt die Autofahrer kontrollieren. "Heute sind viele zu schnell", stellt Northolt fest.

Die Kempener Allee ist bewusst ausgewählt: Die städtische Kita und die künftige Schule vieler Kinder sind hier. "Ich habe schon ein wenig Angst, wenn Umut bald zur Schule geht", gesteht Mutter Ajnar Abayli, die vorbeigekommen ist und Söhnchen Umut in der zweiten Schicht beobachtet. Jeweils sieben Kinder dürfen eine Stunde lang ran.

Schon winkt Kollege Roland Krause den nächsten Wagen an die Seite. "Ich will, ich will!"- die Kinder melden sich aufgeregt zum Dienst. Northolt schnappt sich eines und geht zum Wagen. Aber diesmal gibt’s keine strengen Worte: Der Mann wird gelobt und bekommt ein grünes Kärtchen mit lachendem Gesicht. Er ist ein fairer Fahrer.

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