Ein Schreinereibetrieb für Innenausbauten an der Weyerhofstraße ist komplett ausgebrannt. Dort standen Gebäudeteile gleich zweimal in Flammen.

Krefeld. "Der Name Lohmann ist kaum noch zu sehen." Der Seniorchef steht vor den Trümmern seines Betriebs an der Weyerhofstraße. Dunkler Rauch steigt empor, wo einmal Büros, ein Holz- und ein Lacklager waren. Feuerwehrleute schießen Wasserfontänen ins Gebäudeinnere, trotzdem quillt weiter dunkelgelber Qualm ins Freie. Messungen ergeben: Es besteht keine Gefahr für die Bevölkerung.

Es ist 13.30 Uhr, mehr als neun Stunden nach dem Ausbruch eines Großbrandes bei der Schreinerei Lohmann. Als die Feuerwehr um 4.02Uhr alarmiert wird - ein Polizist von der Wache Nord auf dem Heimweg ist einer der ersten, der den Brand meldet -, ist die Fertigungshalle des Betriebs schon nicht mehr zu retten: Beim Eintreffen der Helfer schlagen Flammen aus dem Dach des etwa 1000 Quadratmeter großen Gebäudes, das einsturzgefährdet ist. Die Feuerwehr konzentriert sich deshalb darauf, dass sich der Brand nicht auf Nachbarbetriebe ausbreitet.

Die Berufsfeuerwehr und alle freiwilligen Einheiten sind im Einsatz - wenn nicht in dem Industriegebiet, dann als Reserve auf den Feuerwachen. Gut 90 Wehrleute sind auf den Beinen. Gegen 12Uhr gelten die Flammen als gelöscht, nur eine Brandwache bleibt zur Sicherheit vor Ort. Das erweist sich als Glücksfall. Denn nur eine halbe Stunde später steigt plötzlich wieder jede Menge Rauch auf: "Im Lacklager hat es eine Durchzündung gegeben", sagt Feuerwehrsprecher Kai Günther. Das hatten die Wehrleute zuvor freilich kontrolliert, aber nichts festgestellt. "Wir hätten es selbst dann nicht verhindern können, wenn wir daneben gestanden hätten."

Alle verfügbaren Feuerwehreinheiten rücken erneut an. Weil trotz massiven Wassereinsatzes kein Löscherfolg eintreten will, fluten die Helfer das Gebäude bis zur Oberkante mit Schaum. "Das haben wir mit der Halle auch schon so gemacht", sagt Günther. Am Nachmittag wird Unterstützung der Werkfeuerwehr Currenta, von THW und DRK angefordert. "Der Einsatz wird bis in die Nacht dauern", so die Feuerwehr.

Bevor die Halle mit Schaum geflutet wurde, schauten Ermittler und ein Brandsachverständiger von einer Drehleiter aus in die Trümmer. Die Ursache ist aber noch völlig unklar. Laut Polizei liegt der Schaden im siebenstelligen Bereich.

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