Karnevalisten und Stadt wollen erstmals Verletzungen und Vermüllung durch Glas dokumentieren.

Karnevalisten und Stadt wollen erstmals Verletzungen und Vermüllung durch Glas dokumentieren.
Was in anderen Städten längst praktiziert wird, ist in Krefeld noch kein Thema. Derzeit gibt es kein Glasverbot bei den Karnevalszügen. Archiv

Was in anderen Städten längst praktiziert wird, ist in Krefeld noch kein Thema. Derzeit gibt es kein Glasverbot bei den Karnevalszügen. Archiv

Bischof

Was in anderen Städten längst praktiziert wird, ist in Krefeld noch kein Thema. Derzeit gibt es kein Glasverbot bei den Karnevalszügen. Archiv

Krefeld. In Düsseldorf ist es seit dieser Session verboten. In Köln schon seit Jahren. In Moers und Kempen gilt es zumindest in Teilbereichen. Die Rede ist vom Glasverbot am Rande der großen Karnevalszüge. In allen angesprochenen Städten wollen die Ordnungskräfte der Stadt eine Einhaltung des Glasverbots stark kontrollieren. In Krefeld ist man noch nicht soweit. Hier hat die Stadt beschlossen, auf ein generelles Glasverbot entlang der Zugstrecken in Uerdingen und Stadtmitte zu verzichten.

Der Grund? Der Stadt fehlt das Geld. Derzeit kann keiner in der Verwaltung verlässlich sagen, wie teuer der Einsatz von vermehrtem Ordnungspersonal wäre, um die Einhaltung des Verbots auch konsequent zu kontrollieren. Zudem fielen Kosten durch Container an, die zur Abgabe von Glasflaschen aufgestellt werden müssten. Stadt und Zugveranstalter wollen deshalb nach eigenen Angaben in diesem Jahr bei den Zügen an Tulpensonntag und Rosenmontag eine Bestandsaufnahme machen, um die Kosten kalkulieren zu können.

Die Zahl der Schnittverletzungen ist in Moers drastisch gesunken

Zum ersten Mal soll erhoben werden, welche Verletzungen und Schäden auf Glasscherben beziehungsweise Glasbehälter zurückzuführen sind. Ausgehend von dem Ergebnis soll abgewogen werden, ob in Zukunft ein generelles Glasverbot auch am Rande der Krefelder Karnevalszügen erlassen werden soll. „Die Abwägung der Verhältnismäßigkeit ist erforderlich, weil ein solches nicht nur einen erheblichen Arbeits- und Kostenaufwand mit sich bringt, sondern auch einen Eingriff in die Rechte der Gewerbetreibenden und der Zugteilnehmer/Zuschauer darstellt“, erklärt Stadtsprecherin Angelika Peters.

Andere Städte haben nach eigenen Angaben ausschließlich positive Erfahrungen durch das Verbot gemacht. So sank etwa nach Angaben der Stadt Moers die Anzahl der Schnittverletzungen am Rande des dortigen Nelkensamstagszuges drastisch durch das Glasverbot. Krefelds Karnevalisten hoffen hingegen auf die Vernunft der Zugbesucher. „Sie sind aufgefordert, ihren Beitrag zur Vermeidung von Glasbruch und Müll zu leisten, indem sie grundsätzlich keine Glasbehältnisse mit sich führen. Kiosk- und Trinkhallenbesitzer wurden entsprechen informiert“, heißt es von Seiten des Comitee Crefelder Carneval (CCC).

Zu schaffen machen den Rettungskräften an Karneval für gewöhnlich auch immer wieder Heranwachsende, die durch übermäßigen Alkoholkonsum auffallen. Sie unabhängig von Rettungseinsätzen zu betreuen, ist in diesem Jahr alleinige Aufgabe der Stadt. Zuvor war diese Funktion immer zusammen von Polizei und Verwaltungsmitarbeitern ausgeübt worden. Zur Betreuung werden in Uerdingen im Fabritianum und an Rosenmontag in der Mosaikschule Räume eingerichtet, um aufgrund von Alkohol auffällig gewordene Jugendliche zu versorgen. Vor Ort werden sie zunächst von Mitarbeitern des Fachbereichs Jugendhilfe betreut und danach in die Obhut ihrer Eltern übergeben. „Der Rettungsdienst transportiert die Jugendlichen ins Krankenhaus, wenn eine Alkoholintoxikation vorliegt“, sagt Peters.

Die Veranstalter des Rosenmontagszuges haben nach Angaben der Stadt in der Vergangenheit die Kioskbesitzer und Gastronomiebetriebe am Zugweg darum gebeten, während der Veranstaltung keine Glasbehältnisse auszugeben. Laut Verwaltung habe man dadurch bereits gute Ergebnisse erzielt. Außerdem wurden mehr Müllbehälter aufgestellt und zusätzliche Reinigungen vereinbart. „Dasselbe versucht in diesem Jahr auch der Veranstalter des Uerdinger Zuges“, erklärt Stadtsprecherin Angelika Peters.

Besonders viele Heranwachsende werden sich an Rosenmontag wieder im Bereich Friedrichsplatz/Gleumes treffen. Die Polizei hat diesen und weitere Treffpunkte der Jugendlichen im Blick. „Wir werden mit vielen Einsatzkräften sowohl an Tulpensonntag als auch an Rosenmontag vor Ort sein“, so Polizeisprecherin Karin Kretzer. Dabei wolle man auch darauf achten, ob sich Jugendliche in den Sozialen Medien zu Treffen in großen Gruppen verabredeten. Ein erstes Fazit der Ordnungshüter nach Altweiber fällt positiv aus. » Lokales, S. 20

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