Die Verwaltung empfiehlt das Glasdach für die Haltestelle.

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Die Diskussion um das Dach für die Haltestelle UdU geht weiter. Der Planungsausschuss soll nächste Woche entscheiden.

Die Diskussion um das Dach für die Haltestelle UdU geht weiter. Der Planungsausschuss soll nächste Woche entscheiden.

Andreas Bischof

Die Diskussion um das Dach für die Haltestelle UdU geht weiter. Der Planungsausschuss soll nächste Woche entscheiden.

Krefeld. Für die Stadtverwaltung ist die Sache klar: Für den Haltestellenbereich Rheinstraße am Ostwall kommt nur ein Glasdach in Frage. Das sieht ein Teil der Politiker anders, möchte lieber eine textile Überdachung. Im Planungsausschuss soll nächste Woche die Entscheidung fallen.

Schon in der vorigen Sitzung gab es Streit um das Thema: Grüne und SPD tun sich grundsätzlich schwer mit der Gestaltungsfrage, weil sie weniger Verkehr auf dem Ostwall und an dieser Stelle eine regelrechte Umgestaltung zu einem Platz fordern.

Die FDP zieht mit Blick auf Krefelds Historie ein Textildach vor. Die CDU könnte sich fürs Glasdach erwärmen, allein ihr fehlt die Mehrheit. Sie spielt deshalb mit dem Gedanken an einen Flirt mit dem Krefelder Kreis, der ebenfalls fürs Glas ist.

Glasdach ist in den Folgekosten günstiger als das Textildach

Argumentationshilfe bekommen die Christdemokraten von der Planungsverwaltung: "Aufgrund der vorliegenden Vergleichsstudie zwischen einer textilen und einer Glasdachvariante empfiehlt die Verwaltung die Beschlussfassung einer Entwurfsplanung für eine Glasüberdachung," heißt es in der Ausschussvorlage.

Auf den folgenden Seiten werden Daten, Fakten und technische Details für beide Möglichkeiten gegenübergestellt (siehe Kästen). Fazit: das Glasdach ist in der Anschaffung rund 500 000 Euro teurer, dafür im Unterhalt billiger: Aus Sicht der Verwaltung gewinnt die Glasvariante durch die "einerseits günstigeren Erfahrungswerte zu den Themen Verschmutzung, Vandalismus und Folgekosten sowie die deutlich bessere Überdachung der Wartefläche und die gleichmäßigere Beleuchtung".

Material:Aneinandergereihte Vierpunktsegel aus hochwertigem Glasfasergewebe mit Teflonbeschichtung. Kosten: Die Herstellungskosten belaufen sich auf cirka 2,3 Millionen Euro. Abmessungen: Das Dach ist 136 Meter lang, an den schmalen Stellen 5,50, in den ausladenden Bereichen 12,50 Meter breit. Reinigung: Das Dach müsste alle zwei bis vier Jahre gereinigt werden, Kosten etwa 3000 bis 4000 Euro pro Einsatz. Beleuchtung: Für die Beleuchtung des Bahnsteigs fallen Stromkosten in Höhe von etwa 10000 Euro pro Jahr an.

Material: Tragwerk aus Stahl, Glasflächen aus VSG-Verglasung, die mit Punkthalterung befestigt sind. Kosten: Die Herstellungskosten betragen für die Glasvariante etwa 2,8 Millionen Euro. Abmessungen: Das Glasdach ist 130 Meter lang und 12,50 Meter breit. Reinigung: Eine Reinigung ist einmal pro Jahr notwendig. dafür müssen jeweils 1000 bis 1500 Euro veranschlagt werden. Beleuchtung: Die Beleuchtung des Bahnsteigs geschieht über ein im Dachrand integriertes Lichtband. Die Stromkosten liegen bei etwa 8300 Euro pro Jahr

Aber auch aus planerischer Sicht ist Glas der Favorit: "Eine Glaskonstruktion ist transparent und lässt daher den Stadtraum und seine umgebenden Fassaden in seiner gesamten Architektur weiterhin mehr wirken, als ein Textildach mit einer intransparenten Deckenkonstruktion." Die Interessengemeinschaft Ostwall hat die Verwaltung auf ihrer Seite. Der Gestaltungsbeirat hingegen hat sich am Mittwoch mit knapper Mehrheit für das Textildach ausgesprochen. Nun haben die Planungs-Politiker wieder das Wort.

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