Der Aufsichtsrat wird am Freitag in seiner Sitzung über die Planung informiert.

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Pharmazeutisch-technische Assistenten helfen dem Apotheker.

Pharmazeutisch-technische Assistenten helfen dem Apotheker.

Pharmazeutisch-technische Assistenten helfen dem Apotheker.

Krefeld. Für eine Überraschung dürfte am Freitag in der Aufsichtsratssitzung des Klinikums ein Vorstoß des Mehrheitseigners Helios sorgen. Nach Informationen der WZ soll nach 41 Jahren am Lutherplatz Schluss sein mit der Ausbildung zur pharmazeutisch-technischen Assistentin, kurz PTA genannt.

Das Bildungszentrum am Helios Klinikum gehört mit insgesamt über 300 Ausbildungsplätzen zu einer der größten Ausbildungseinrichtungen der Region. Unter einem Dach werden Gesundheits- und Krankenpfleger, Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerinnen, operationstechnische Assistenten, medizinisch-technische Assistenten (MTA) und PTA ausgebildet.

Aus Kostengründen sollen nun die rund 30 Ausbildungsplätze aufgegeben und dafür ein Lehrgang für medizinische Fachangestellte (heute der Name für Arzthelferin) angeboten werden. Dabei zahlen die Teilnehmer am PTA-Lehrgang bereits seit Anfang der 80er-Jahre ein monatliches Schulgeld. Inzwischen rund 160 Euro. Und die Apothekerkammer bezuschusst die Lehranstalt. Doch das reiche unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten nicht aus. Das Defizit soll zwischen 50 000 und 100 000 Euro liegen.

Ende Januar werden die Bewerber für den neuen Lehrgang schriftlich von Helios darüber informiert, dass es künftig keine Ausbildung zur PTA am Lutherplatz mehr geben wird - vorausgesetzt, der Aufsichtsrat stimmt nun zu. Für den Kreisvertrauensapotheker für die Stadt Krefeld, Karl Bedau, ein Unding. Auf Nachfrage der WZ berichtete er, dass ihn der private Krankenhausträger vor etwas sechs Wochen über das Vorhaben informiert habe. Helios bilde seine Fachkräfte selber aus, neue PTA würden in der dortigen Apotheke allerdings auf längere Sicht gesehen nicht gebraucht.

"Der Bedarf an pharmazeutisch-technischen Assistentinnen ist allerorts sehr hoch", erklärt Bedau. Nach der Schließung fürchtet er eine Unterversorgung am Linken Niederrhein.

Deshalb hätten Kollegen gemeinsam mit der Apothekerkammer inzwischen überlegt, wie die Lehranstalt zu retten sei. "Wir brauchen mehr Zeit, zumindest ein Jahr", sagt Bedau. Denkbar sei, die Lehranstalt nicht nur zu erhalten, sondern auch auszubauen und in eigener Regie zu übernehmen.

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