Aktueller Anspruch liegt bei 47,5 Prozent des Nettolohns.

Aktueller Anspruch liegt bei 47,5 Prozent des Nettolohns.
Ralf Köpke ist DGB-Kreisverbandsvorsitzender in Krefeld. Archiv: abi

Ralf Köpke ist DGB-Kreisverbandsvorsitzender in Krefeld. Archiv: abi

Ralf Köpke ist DGB-Kreisverbandsvorsitzender in Krefeld. Archiv: abi

Krefeld. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat heute in Düsseldorf seinen aktuellen Rentenreport vorgestellt und einen Kurswechsel in der Rentenpolitik gefordert. „Wir bekommen auch in Krefeld ein massives Rentenproblem, wenn wir nicht zügig und konsequent gegensteuern“, fasst Ralf Köpke, DGB-Kreisverbandsvorsitzender in Krefeld, zusammen. „Der Trend ist eindeutig: Die Menschen müssen immer länger arbeiten und haben dennoch geringere Rentenansprüche.“ Für den DGB ist aber klar: „Rente muss für ein gutes Leben reichen!“

Schuld an der prekären Situation sei vor allem das sinkende Rentenniveau. „Schon jetzt liegt der Rentenanspruch bei nur noch 47,5 Prozent des Nettolohns“, erklärt Köpke weiter. Die Konsequenzen seien deutlich spürbar: „Ein Mann aus Krefeld, der 2015 in Rente gegangen ist, erhält im Schnitt nur noch 1065,22 Euro im Monat und damit noch unter dem Landesdurchschnitt, der bei 1092,45 Euro im Monat liegt.“ Eine Frau aus Krefeld, die 2015 in Rente gegangen ist, bekomme im Schnitt 589,36 Euro – und liege damit über dem Landesschnitt, so Köpke.

Bei weiter sinkendem Rentenniveau wachse die Gefahr von Altersarmut für Durchschnittsverdiener. „Und Geringverdiener laufen sogar Gefahr, lediglich Rentenansprüche zu erwirtschaften, die unterhalb der staatlichen Grundsicherung liegen“, warnt Köpke. Der DGB schlage daher vor, die Rentenbeiträge für Arbeitnehmer und Arbeitgeber schrittweise von heute 18,7 Prozent auf 22 Prozent im Jahr 2030 anzuheben. Damit könne der Abwärtstrend gestoppt und mittelfristig sogar eine Erhöhung des Rentenniveaus erreicht werden. Zudem müsse die politisch gewollte Mütterrente aus Steuergeldern finanziert werden.

„Sichere und fair bezahlte Arbeit ist das beste Mittel gegen Altersarmut“, so Krefelds DGB-Vorsitzender weiter. „Der Mindestlohn war ein wichtiger Schritt, um Niedriglöhne und Niedrigrenten zu bekämpfen. Wir brauchen aber noch mehr.“ Die Bundesregierung müsse sich etwa darum kümmern, Minijobs ab dem ersten Euro sozialversicherungspflichtig zu stellen und ein gesetzliches Rückkehrrecht von Teil- in Vollzeit zu beschließen. Arbeitnehmer mahnt Köpke dazu, sich gewerkschaftlich zu organisieren. „Denn gute Arbeitsbedingungen gibt es vor allem dort, wo es starke Gewerkschaften und gute Tarifverträge gibt.“

Die Zahlen stammen aus dem Rentenreport der Deutschen Rentenversicherung.

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