Monika Lattwein stolpert über eine Stufe und wird von einer Gewerbeamts-Mitarbeiterin rundum versorgt.

Monika Lattwein stolpert über eine Stufe und wird von einer Gewerbeamts-Mitarbeiterin rundum versorgt.
Monika Lattwein geht es schon viel besser. Aber immer noch ist ihre Gesichtsverletzung zu sehen, und beide Knie tun ihr weiter weh.

Monika Lattwein geht es schon viel besser. Aber immer noch ist ihre Gesichtsverletzung zu sehen, und beide Knie tun ihr weiter weh.

Dirk Jochmann

Monika Lattwein geht es schon viel besser. Aber immer noch ist ihre Gesichtsverletzung zu sehen, und beide Knie tun ihr weiter weh.

Mitte. Monika Lattweins Stimme überschlägt sich immer wieder, wenn sie von ihrem Sturz berichtet. Es sei alles „sehr schnell“ gegangen, erzählt sie, im Dunkeln habe sie schlecht gesehen. Und so verfehlte die 66-Jährige eine Stufe am Eingang zum Gewerbeamt und „stürzte schlimm“. Dort wollte die langjährige Inhaberin der Damenmoden-Boutique Lattwein an der Marktstraße 54 vor einigen Tagen ihr Gewerbe abmelden. Denn sie will, wie die WZ berichtete, etwas kürzer treten, mit ihrem Mann den Ruhestand genießen, lange Reisen unternehmen. Ende des Jahres schließt sie deshalb nach 35 Jahren ihr Geschäft.

Der Gang zum Amt, der ihr wegen des nahenden Abschieds vom Laden eh schon schwer fiel, wurde dann aber noch problematischer als erwartet. Und doch ist Lattwein heute voller Begeisterung. Denn nachdem sie den Eingang nicht gefunden habe und dann gestürzt sei, habe man sich „rührend“ um sie gekümmert.

„Die meisten maulen über die Verwaltung, aber ich kann etwas wirklich Positives sagen.“

Monika Lattwein, Geschäftsinhaberin

Voll des Lobes ist sie für die Verwaltungsangestellte Marion Roosen. „Die meisten krakelen und maulen ja nur über die Stadtverwaltung, aber ich kann etwas wirklich Positives über das Amt sagen“, so Lattwein, die sich bei ihrem Unfall nicht nur beide Knie schwer anschlug, sondern auch am Jochbein stark blutete und schnell im ganzen Gesicht grün und blau war. Mehr als eine Stunde habe sich die Sachbearbeiterin um sie gekümmert, sie mit Pflaster und Kühlpads versorgt, ihr Kaffee gekocht, bis sich die 66-Jährige beruhigt habe. Roosen rief Monika Lattweins Mann an, damit er sie abholt, weil die St. Töniserin keinen Krankenwagen wollte. Während der Wartezeit habe ihr die Stadtmitarbeiterin sogar selbstgebackene Plätzchen angeboten. Lattwein ist ganz gerührt. „Das war eine Rundumbetreuung, die Dame hat so lange keinen Publikumsverkehr mehr angenommen.“

Den Dank nimmt Roosen gerne an, sagt aber, „das war doch alles selbstverständlich, ich hab’ doch nichts Besonderes gemacht“. Monika Lattwein findet das nicht und will einen Blumenstrauß vorbeibringen, wenn sie wieder besser zu Fuß ist.

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