Die Pläne aus Aachen für die Zusammenlegung der Gemeinden im Osten der Stadt gehen weiter als bisher gedacht.

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Bischof Heinrich Mussinghoff.

Bischof Heinrich Mussinghoff.

dpa

Bischof Heinrich Mussinghoff.

Krefeld. Bischof Heinrich Mussinghoff hat bekannt gegeben, dass die Gemeinschaft der Gemeinden (GdG) Ost ab dem 1. Januar 2010 aus nur noch einer Pfarre statt aus drei bestehen soll.

Bislang war vorgesehen, dass die Linner Pfarre, längst fusioniert aus Maria Himmelfahrt und St. Margareta, innerhalb der GdG eigenständig bleiben sollte, ebenso wie St. Andreas in Gellep, erklärt Regionaldekan Johannes Sczyrba. Extra zusammenschließen sollten sich St. Peter, St. Paul, St. Heinrich und St. Matthias in Uerdingen und St. Pius X in Gartenstadt. Nach den neuesten Plänen soll es nur noch eine Pfarre mit einem Kirchenvorstand und einem Gemeinderat geben.

Stefan Kaiser, Pastor in St. Peter, und Jürgen Lenzen, Pfarrer für St. Heinrich, St. Matthias und St. Pius, bestätigten gestern die angedachte große Fusionierung. Jürgen Lenzen hob die Vorteile der künftigen zentraleren Verwaltung hervor und meinte, die Entwicklung habe sich schon angedeutet. Für die Gemeindearbeit vor Ort sieht er keine Probleme.

Johannes Sczyrba sieht das anders. Personell würden die Kirchengremien mit einer großen Fusion zwar zunächst erweitert, dennoch kämen "Leute unter die Räder" - ob durch Einsparungen oder durch freiwilliges Aufgeben der Ehrenamtlichen. "Wir können in einer großen Pfarre nicht mehr so vor Ort sein wie bisher. Die Leute, die das in den vergangenen Jahren waren, sähen ihre Arbeit nicht gewürdigt."

Bis Ende Juni hätten sich die noch eigenständigen Gemeinden noch an einen Tisch setzen können, um über die GdG zu beraten. Aufgrund der schwierigen personellen Situation der Gemeinden war es dazu jedoch nicht gekommen. Stefan Kaiser, und Jürgen Lenzen werden spätestens zum 31. Dezember diesen Jahres vom Bischof versetzt (die WZ berichtete).

Für Elmar Jakubowski, Bezirksvorsteher von Uerdingen, ist die Entwicklung "unbereiflich". Anscheinend habe man in Aachen kein Bild vom Leben in einer Gemeinde. Viele Menschen fänden sich in einer "Riesengemeinde", wie sie nun geplant ist, nicht wieder. Laut Sczyrba gibt es nun noch die Möglichkeit, dass der Priesterrat, in dem er auch selbst Mitglied ist, am 27. August ein Votum gegen die Fusion einreicht. An dieses sei der Bischof jedoch nicht gebunden. nip/cu

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