Über die Metallwerke Bender sollen zwischen 2005 und 2007 knapp 9,5 Millionen Euro verschoben worden sein.

Wo steckt Rakhat Aliyev? Noch läuft ein Verfahren in Krefeld.
Wo steckt Rakhat Aliyev? Noch läuft ein Verfahren in Krefeld.

Wo steckt Rakhat Aliyev? Noch läuft ein Verfahren in Krefeld.

dpa

Wo steckt Rakhat Aliyev? Noch läuft ein Verfahren in Krefeld.

Krefeld. Vor zehn Monaten bekam die Krefelder Staatsanwaltschaft die Geldwäsche-Vorwürfe gegen den ehemaligen Vize-Außenminister Kasachstans, Rakhat Aliyev, erstmals auf den Tisch. Viel Licht konnte seither hierzulande nicht in die Affäre um den in seinem Heimatland wegen angeblicher Staatsstreich-Pläne in Ungnade gefallenen und zu 40 Jahren Haft verurteilten Multimillionär, Ex-Banker und Ex-Botschafter in Wien gebracht werden.

„97 Geldwäschevorwürfe gibt es. 96 Taten sollen auf österreichischem Territorium erfolgt sein. Da macht es Sinn, das Verfahren nach Wien abzugeben“, erklärte Oberstaatsanwalt Hans Dieter Menden auf Anfrage der WZ. Das klingt auch nach Erleichterung.

Nach Informationen, die der Krefelder Anklagebehörde vorliegen, soll Aliyev über eine seiner Firmen, die „Armorial Trading“, 9,45 Millionen Euro allein mit Hilfe der Metallwerke Bender an der Fegeteschstraße in Gellep-Stratum gewaschen haben. Das Geld, so Insider, sei zunächst in einem Betrag eingezahlt und zwischen 2005 und 2007 in kleineren Stückelungen wieder ausgezahlt worden. Dem Unternehmen hat es nicht geholfen: Die Metallwerke gingen pleite, ein Rettungsversuch aus Dubai scheiterte letztlich im Januar 2011 – im April gingen dann die Lichter in Gellep endgültig aus.

Behörde in Wien spricht von „kleineren Vermögensdelikten“

Über 100 Millionen Euro soll Aliyev, Ex-Schwiegersohn des amtierenden Regierungschefs in Astana, in Westeuropa gewaschen haben. Ende vergangener Woche teilte die Staatsanwaltschaft Wien mit, dass in Folge der verweigerten Auslieferung Aliyevs an Kasachstan das Verfahren „im Sinn der stellvertretenden Strafrechtspflege wegen Entführung der Banker und kleinerer Vermögensdelikte weiter geführt“ werde. Die beiden Banker sind im vergangenen Mai, dreieinhalb Jahre nach ihrem Verschwinden, tot in Kalkfässern aufgefunden worden, weshalb gegen den 49-jährigen Aliyev in Astana Mordvorwurf erhoben wird: Der Fundort befand sich auf einem seiner Grundstücke. 100 Millionen Euro – „kleinere Vermögensdelikte“? Ein Wiener Strafrechtsprofessor verteidigte letzte Woche die Weigerung der österreichischen Regierung, den 49-Jährigen auszuliefern. Als Oppositionspolitiker wäre er „massiven Nachteilen ausgesetzt“, wird Frank Höpfel von der Wiener Zeitung zitiert.

Kaum hatte die WZ am 21. November über Aliyevs „Krefeld-Connection“ mit Hilfe des mutmaßlichen kasachischen Strohmannes A. berichtet, meldete sich der Düsseldorfer Rechtsanwalt Dr. Detlef Mäder zu Wort. Gegen Aliyev laufe eine Kampagne aus seinem Heimatland, an den Vorwürfen sei nichts dran. Selbstverständlich leistet sich der einst einflussreiche Kasache auch einen Rechtsbeistand in der NRW-Landeshauptstadt, liest offenbar die Online-Ausgabe der WZ bzw. lässt sie lesen. Die Bitte um eine Stellungnahme speziell zur Firma „Armorial Trading“ und deren Beziehungen zu den Metallwerken Bender will Mäder Ende vergangener Woche via E-Mail an seinen Mandanten weiter geleitet haben. Bis Montag erfolgte aus dem mutmaßlichen „Exil“ auf Malta, wo Aliyev unter dem Namen seiner neuen Frau leben soll, allerdings keine Antwort.

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