24 bis 25 Millionen Euro bekommt die Stadt, um Gebäude zu modernisieren oder sanieren.

24 bis 25 Millionen Euro bekommt die Stadt, um Gebäude zu modernisieren oder sanieren.
Die Gesamtschule Uerdingen soll neben anderen Schulen vom Landesprogramm „Gute Schule 2020“ profitieren. Archiv

Die Gesamtschule Uerdingen soll neben anderen Schulen vom Landesprogramm „Gute Schule 2020“ profitieren. Archiv

Andreas Bischof

Die Gesamtschule Uerdingen soll neben anderen Schulen vom Landesprogramm „Gute Schule 2020“ profitieren. Archiv

Krefeld. Die Gesamtschule Uerdingen soll profitieren, die Mosaikschule auch und die Bezirkssportanlage Horkesgath kommt ihrem Kunstrasenplatz deutlich näher. Das Landesprogramm „Gute Schule 2020“ macht es möglich. Von insgesamt zwei Milliarden Euro, die von 2017 bis 2020 an die Kommunen ausgeschüttet werden, bekommt Krefeld mindestens 25 Millionen aus dem Fördertopf. „Sie dürfen in Steine und Pädagogik investiert werden“, freut sich Schuldezernent Gregor Micus.

Geld für undichte Fenster und marode Toilettenanlagen

Der grüne Fraktionschef im Land, Mehrdad Mostofizadeh, stellte das Programm am Mittwoch vor. „Das Geld kann sowohl für Modernisierung, Sanierung und Investitionen als auch den Ausbau der digitalen Infrastruktur in Schulen zur Verfügung stehen.“ Kleinere Reparaturarbeiten sollen genauso förderfähig sein wie größere Maßnahmen. „So können marode Toilettenanlagen umgebaut, undichte Fenster repariert und Dächer neu gedeckt werden“, erklärt der Politiker.

Man müsse die Niedrigzinsphase nutzen, der Zeitpunkt sei richtig. „Die Digitalisierung der Schulen kann profitieren, indem die Breitbandanbindung gefördert wird, die Vernetzung von Hardware oder Anschlüsse gelegt werden. Whiteboards, die digitalen Tafeln, sind im Programm, Endgeräte wie Tablets und Notebooks nicht.“ Auch die Einrichtungen, die Schüler für den Sport nutzen, sind förderfähig. Konkret heißt das nach Vorschlag von Mostofizadeh, dass die heimischen Politiker eine Prioritätenliste aufstellen sollten, die abgearbeitet wird. Den Krefeldern fällt da eine Menge ein, denn der Sanierungsstau ist groß. Auch der Verwaltungsvorstand hat dazu bereits getagt.

Micus äußert Bedarf bei der Inklusion, der Betreuung im Ganztag, mehr Raum bei kleineren Klassen, Brandschutz und Rettungswegen. „Edelstahl-Treppen außen am Schulgebäude sind zwar gesetzlich gestattet, aber nicht der wünschenswerte Endzustand.“ Ziemlich sicher ist, dass die Gesamtschule Uerdingen Geld bekommt, um ihrer Raumnot zu begegnen. „Für eine Zwei-Standort-Lösung ist ein Zehn-Millionen-Invest vonnöten, der noch nicht etatisiert ist“, sagt der Dezernent. Angedacht ist auch, in der auslaufenden Prinz-Ferdinand-Hauptschule einen einzigen Standort für die Mosaikschule zu schaffen.

Bezirkssportanlage an der Horkesgath bekommt Kunstrasen

Ebenso sicher scheint es, dass die stark frequentierte Bezirkssportanlage an der Horkesgath Geld für den Kunstrasenplatz bekommt. „Diese Anlage wird wöchentlich von 7302 Schülerinnen und Schülern genutzt“, berichtet Grünen-Ratsherr Daniel John. „Mit den Vereinen wird sie 135 Stunden pro Woche genutzt.“ Barbara Behr, die Schulausschuss-Vorsitzende der Grünen, freut sich, „dass dieses Geld fließen kann“, und schlägt vor, außerschulische Kooperationspartner profitieren zu lassen. „Das Umweltzentrum in Hüls können wir nun für die Schulklassen sanieren und erhalten.“

Die Beschlussfassung im Kabinett soll bis Ende September erfolgen. Der Start des Programms ist für den 1. Januar 2017 vorgesehen. Grünen-Fraktionschef Mehrdad Mostofizadeh (MdL) ist sicher, dass neben der Rot-Grünen Mehrheit auch noch andere Fraktionen für dieses Programm stimmen werden.

Das Geld wird nach einem einfachen Schlüssel verteilt: Dem Verteilungsschlüssel soll eine Kombination aus der jeweiligen Schülerzahl der Schulträger sowie der finanziellen Leistungsfähigkeit der Kommunen zugrunde gelegt werden. Heißt: „Gemeinden mit schwächerer Steuerkraft werden stärker profitieren“, sagt Mostofizadeh. Er betont, dass das Geld zügig, im laufenden Jahr verbraucht werden muss. Los geht es am 1. Januar 2017. Kontrollen gebe es keine, die Kommunen hätten freie Hand. Es komme aber viel Arbeit auf die Verantwortlichen zu. Micus: „Wir bekommen das Geld ohne finanzielle Eigenleistung und zum kommunalen Anteil von rund sechs Millionen Euro jährlich dazu. Es ist ein Glücksfall für Krefeld, das gerade den Nothaushalt verlassen hat.“

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