Am Wochenende führt Hans Bräunle Besucher durch das Oppumer Wahrzeichen.

Mühlenbauer Hans Bräunle hat die Geismühle im Griff.
Mühlenbauer Hans Bräunle hat die Geismühle im Griff.

Mühlenbauer Hans Bräunle hat die Geismühle im Griff.

Dirk Jochmann

Mühlenbauer Hans Bräunle hat die Geismühle im Griff.

Krefeld. Rute und Rönzelrad, Kreuzkopf und Krühwerk, das sind nur ein paar der Fachbegriffe aus der Welt eines Müllers. Hans Bräunle vom Bauverein Geismühle e.V. hat alle diese Begriffe parat, denn er gehört zu den passionierten Führern durch die Geismühle im Süden der Stadt.

Und zusammen mit einem Dutzend anderen Mühlenfreunden hat er dafür gesorgt, dass das Prachtstück aus dem Mittelalter seine Flügel wieder in den Wind strecken kann.

Vor zwei Jahren konnten der Verein und die "Mühlenspechte" die Restaurierung der Mühle feiern: Jetzt drehen sich die Flügel wieder, jetzt wird wieder Mehl gemahlen.

Am Sonntag am Tag des offenen Denkmals können sich Neugiereige davon selbst ein Bild machen.

Gerade haben die Männer neue Mahlsteine eingesetzt: Läufer und Mahlstein aus Niedermendinger Basaltlava. "Zum Mahlen fehlt im Moment die richtige Windstärke", sagt Hans Bräunle, "Vier müssen es schon sein."

Am Tag des Offenen Denkmals ist die Mühle von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Führungen finden von Mai bis Oktober jeden 1. und 3. Sonntag von 14 bis 17 Uhr statt. Sonderführungen nach Absprache mit Willi Hanenberg Ruf 54 24 82 oder Franz-Josef van der Hocht Ruf 54 40 44.

Sorgen macht den Mühlenbauern der Ausbau der A57. Sollte der Schallschutz eine bestimmte Höhe überschreiten, bekommt die Mühle keinen Wind mehr ab.

Neue Mitglieder oder Spenden sind willkommen.

Bei Windstärke 4 sind es 16 Umdrehungen der Flügel in der Minute.

Die Grundfesten der Krefelder Mühle stammen aus dem Mittelalter. Die Geismühle wurde um 1300 als Wehrturm errichtet und erst später zu einer Mühle umgebaut.

Damals, als sie noch Wachturm auf einem Hügel war, besaß sie einen Wassergraben und einen Brunnen. Dieser geht sechs Meter tief hinab, liegt aber inzwischen trocken.

Einen ebenerdigen Eingang gab es damals nicht: Die Wachleute kletterten eine Strickleiter hoch, um ins Innere zu gelangen.

Von Krefeld bis Heerdt, von Uerdingen bis Willich erstreckte sich das Gebiet, aus dem die Bauern zu der Mühle kommen mussten. Alle diese Geschichten und Einzelheiten wissen die Männer, die durch die Mühle führen.

Hans Bräunle, eigentlich Textilfachmann, hat sie sich angeeignet. Die Mühlenspechte haben in den Niederlanden einen Mühlenkurs besucht.

Ihre Begeisterung überträgt sich auch auf andere: Ein kleiner Junge kam Pfingsten zum Mühlentag, später mit einer Geburtstagsgesellschaft und nun mit seiner Klasse: "Das sind die schönsten Erlebnisse, wenn wir unsere Bewunderung für die traditionelle Technik weitergeben können", sagt Hans Bräunle.

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