Planungsausschuss spricht sich beim Verkehrswegeplan des Bundes gegen Viersener Kurve aus.

Planungsausschuss spricht sich beim Verkehrswegeplan des Bundes gegen Viersener Kurve aus.
Rattern durch Oppum und Linn bald noch mehr Güterzüge? Wenn es nach Willen des Bundes geht, ja. Doch Lärmschutz ist nicht geplant. Archiv

Rattern durch Oppum und Linn bald noch mehr Güterzüge? Wenn es nach Willen des Bundes geht, ja. Doch Lärmschutz ist nicht geplant. Archiv

M. Klering

Rattern durch Oppum und Linn bald noch mehr Güterzüge? Wenn es nach Willen des Bundes geht, ja. Doch Lärmschutz ist nicht geplant. Archiv

Krefeld. Alle Fraktionen im Planungsausschuss sind sich einig, dass Krefeld beim Entwurf des Bundesverkehrswegeplanes mit einer Stimme sprechen muss, wenn die Stadt rund 80 000 Krefelder künftig vor zusätzlichem Lärm bewahren will. Deshalb gab es am Donnerstag für die von einer interfraktionellen Arbeitsgruppe erarbeitete und vorgelegte Stellungnahme zunächst ein Lob.

Einig sind sich alle beim Thema Lärmschutz: Die vom Bund vorgeschlagene und in der Region nicht abgestimmte „Viersener Kurve“ für den Güterverkehr auf der Schiene lehnt die Mehrheit bis auf die UWG ab.

Oppumer, Linner und Uerdinger wären stärker belastet

In dem Entwurf ist eine neue eingleisige Verkehrsführung aus Richtung Venlo in Richtung Krefeld vorgesehen, die durch Oppum, Linn und Uerdingen und damit dicht besiedeltes Stadtgebiet führen soll. „Bestand und Neubau werden dabei völlig unterschiedlich behandelt“, führt Dezernent Martin Linne aus. Während eine neu angelegte Strecke mit Lärmschutz ausgestattet werde, gelte das für Bestandsstrecken nicht, obwohl gerade sie durch oftmals dicht besiedelte Städte führen.

Deshalb wird in der Stellungnahme ein höchst möglicher Schutz vor Beeinträchtigung der betroffenen Anwohner erwartet. Außerdem wird gefordert, die Anbindung der Autobahn 52 über Mönchengladbach hinaus bis mindestens zum Anschluss an die Bahntrasse Köln-Krefeld-Duisburg (in Höhe Kaarst) noch zu prüfen. Das würde Krefeld teilweise entlasten.

Während sich die Mehrheit der Fraktionen für den dringlichen Ausbau der Rheinbrücke und die B 288, den Ausbau der A 44 sowie eine Vertiefung der Fahrrinne des Rheins ausspricht, gibt es bei dem geplanten Neubau der Westtangente bis zur Beschlusslage in der nächsten Ratssitzung noch Beratungsbedarf.

„Die Westtangente kann unter bestimmten Rahmenbedingungen auch sinnvoll sein“, wirbt Jürgen Hengst (SPD), der gemeinsam mit Manfred Läckes (CDU) Krefeld auch im Regionalrat vertritt. Beispielsweise durch die Anbindung an die A 44. Daniel John (Grüne) hingegen fürchtet, dass dadurch zusätzlich weitere 15 000 Autos nach Krefeld geholt würden, davon allein 3000 Lkw. Die geplante Entlastung der B9 werde dadurch aber nicht erreicht.

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