Der Bauverein erklärte beim Deutschen Mühlentag zahlreichen Besuchern die Arbeitsweise und Funktion des Gebäudes.

Brigitte Beckers vom Mühlenbauverein präsentiert beim Mühlentag das frisch gemahlene Mehl.
Brigitte Beckers vom Mühlenbauverein präsentiert beim Mühlentag das frisch gemahlene Mehl.

Brigitte Beckers vom Mühlenbauverein präsentiert beim Mühlentag das frisch gemahlene Mehl.

Andreas Bischof

Brigitte Beckers vom Mühlenbauverein präsentiert beim Mühlentag das frisch gemahlene Mehl.

Krefeld. Fröhlich flattern die Wimpel, die um die Enden der Mühlenflügel herum ein buntes Viereck bilden. Für Mühlenkenner bedeutet dies: Hier wird ein Fest gefeiert. Und wahrlich: Am Pfingstmontag lockte der Deutsche Mühlentag viele Besucher zur Geismühle.

Am Morgen hatte der Bauverein Geismühle bereits die Segel gesetzt und zum Abschluss des Gottesdienstes ließen die Mühlenspechte den vier Flügeln freien Lauf. Sie begannen behäbig, sich zu drehen und das Mahlwerk in Gang zu setzen.

Die Bannmühle war eine wichtige Einnahmequelle für den Landesherrn

Einst war die Geismühle weit mehr als nur der Ort, an dem das Korn zu Mehl gemahlen wurde. "Bannmühlen kann man auch als die ersten Finanzämter bezeichnen, denn sie waren wichtige Einnahmequellen für den Landesherrn", weiß Willi Hanenberg, der zweite Vorsitzende des Bauvereins Geismühle, zu berichten.

Im späten 14. Jahrhundert erklärte der Landesherr, der Kölner Erzbischof, die Geismühle nahe seiner Burg Linn zur Bannmühle. Damit wurde festgelegt, dass nicht nur die Bauern aus dem Amt Linn, sondern auch diejenigen aus den Kirchspielen Lank, Bockum, Fischeln, Osterath und Heerdt in der Geismühle ihr Getreide mahlen lassen mussten.

Der Müller bekam von einem Zentner sechs Pfund Mehl als Mahlgebühr

Die Abgaben für den "Molter" legten die Herrschaften fest: Von einem Zentner Mehl waren stets sechs Pfund als Mahlgebühr an den Müller abzugeben. Davon musste dieser natürlich dem Landesherrn wiederum seine Steuern zahlen. Trotzdem galten Müller meist als wohlhabende Leute.

Beim Müller war immer was zu holen und bei denen der Geismühle muss es ähnlich gewesen sein, erzählt die Geschichte. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Geismühle dreimal ausgeraubt und zweimal abgebrannt und immer wieder hatte der Müller die nötigen Mittel, sie wieder aufzubauen.

Es lohnte sich, Optimismus zu zeigen, denn eine Mühle war ein wertvoller Besitz, der auch den nachfolgenden Generationen ein in der Regel gutes Auskommen sicherte. So wurde die Mühlenpacht stets weitervererbt und "Erbmüller-Dynastien" entwickelten sich.

1575 waren es die Bauern aus Heerdt leid, immer mit ihren Karren den weiten Weg nach Oppum zu fahren. Sie schafften es, sich aus diesem Mühlenzwang zu befreien und eine eigene in ihrer Nähe zu errichten. Erst zu Beginn des 19.Jahrhunderts sollte Napoleon mit den Bannmühlen "aufräumen" und den Mühlenzwang verbieten.

Der Müller betrieb zusätzlich auch noch eine Bäckerei

Noch bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs war neben der Geismühle auch der benachbarte Müllerhof wichtig für das Dorfleben. Hier betrieb der Müller zusätzlich auch noch eine Bäckerei. Für die Bauern war diese Kombination sehr praktisch, denn sie ließen eine bestimmte Menge Mehl beim Müller und holten sich dann bargeldlos über das Jahr hinweg jede Woche ihre fertigen Brote ab. Das Schwarzbrot der Geismühle soll das Beste weit und breit gewesen sein

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