Die Glätte sorgt für viele Knochenbrüche. GSAK weist Kritik zurück. Schulstart verlief ohne Probleme.

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Auch drei Tage nach dem Wintereinbruch bestimmen Eis und Glätte wie hier an der Sprödenthalstraße das Stadtbild.

Auch drei Tage nach dem Wintereinbruch bestimmen Eis und Glätte wie hier an der Sprödenthalstraße das Stadtbild.

Dirk Jochmann

Auch drei Tage nach dem Wintereinbruch bestimmen Eis und Glätte wie hier an der Sprödenthalstraße das Stadtbild.

Krefeld. Passanten, die um ihre Balance auf glatten Straßen ringen, Autos, die ins Schlingern geraten - der Frost hat Krefeld auch am dritten Tag des Wintereinbruchs fest im Griff gehabt. Das Wintermärchen ist für viele eher ein Alptraum. 50 Verletzte wurden seit Montag allein in der chirurgischen Notaufnahme des Helios-Klinikums behandelt - allesamt aufgrund von Stürzen infolge der Witterung. "Meistens waren es Knochenbrüche", sagt Pressesprecherin Marina Dorsch.

Der zuständige Arzt habe noch nie so viele Stunden im Gipsraum verbracht. Brüche aller Art und Patienten quer durch die Altersschichten meldet auch Sigrid Baum vom St. Josefshospital.

Unverändert unterwegs waren die Mitarbeiter des Winterdienstes der Stadtreinigungsgesellschaft GSAK. Erstmals rückten die Streufahrzeuge vereinzelt auch auf die Straßen der Streustufe drei aus. Dennoch:Auf vielen Strecken, selbst auf viel befahrenen Seitenstraßen wie Sprödenthalstraße und Neue Linner Straße dominierten Eis und Schneematsch die Fahrbahnen, war die Autofahrt ein Risiko.

Immer noch muss selbst auf Hauptverkehrstraßen Salz gestreut werden, da die tauende Nässe im Eiltempo wieder gefriert. Trotz zahlreicher Bürgerbeschwerden weist GSAK-Geschäftsführer Ulrich Gilleßen den Vorwurf zurück, das Unternehmen komme der ihr von der Stadt übertragenen Verkehrssicherungspflicht nicht nach: "Bis auf einzelne Nebenstraßen kann man in Krefeld mit Winterreifen überall fahren."

In Nachbarstädten stelle sich die Lage ähnlich dar wie in Krefeld: "In Duisburg ist stellenweise sogar die Müllabholung ausgefallen. Das ist bei uns nicht der Fall", so Gilleßen. Unter Ruf 862481 nimmt Joachim Klein für die Stadt Krefeld Meldungen über ungeräumte Straßen und Wege entgegen.

"Ich bin mit dem Ergebnis auch nicht zufrieden, da gibt es sicherlich Optimierungsbedarf", sagt Oberbürgermeister Gregor Kathstede zur Kritik am Schneeräumdienst. Andererseits betont er, dass dies Sache der SWK beziehungsweise GSAK sei. Man müsse berücksichtigen, dass die Schneemenge und die Temperaturen für den Niederrhein extrem sind. "Sonst bricht ja schon bei der ersten Schneeflocke der Verkehr zusammen. Die 60 Mitarbeiter der GSAK geben sicherlich ihr Bestes."

"Früher war so ein Winter durchaus normal", sagt Krefelds Stadtförster Arno Schönfeld-Simon. Probleme bereiten die Temperaturen deshalb Tieren wie Eichhörnchen kaum. Deren Futtervorräte reichen, ist der Förster überzeugt. Überrascht von der Eiseskälte wurden dagegen Zugvögel, die sich aufgrund der milden vergangenen Winter entschlossen hatten, am Niederrhein zu überwintern. Für die ist es jetzt zu spät, noch in den Süden zu ziehen.

Die Polizei musste sich wieder um witterungsbedingte Unfälle kümmern, bis zum Abend waren 48 Blechschäden zu vermelden, Verletzte blieben aus.

Ruhiger verlief der Tag bei der SWK Mobil. Einziger Vorfall war ein Oberleitungsschaden an der Gladbacher Straße gegen 6.45 Uhr. Wegen der Kälte war ein Dübel gebrochen und ein Anker aus der Führung geraten. Kurz nach 9 Uhr sei der Schaden jedoch behoben gewesen.

Auf Verspätungen und Zugausfälle müssen sich die Kunden der Deutschen Bahn auch in den nächsten Tagen einstellen. Ohne größere Probleme verlief dagegen der Start in den Krefelder Schulen. Vorab waren alle Heizungen kontrolliert und die Schulhöfe von Schnee und Eis befreit worden.

Die Reifenhändler machen dafür ein gutes Geschäft. Die Lager sind weitgehend leer: "Ich freue mich über den Wintereinbruch", so Dietmar Knaut vom gleichnamigen Reifenservice.

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