Schlitten, Schneeschaufeln und Salz sind ausverkauft. Das Baugewerbe leidet unter der Kälte.

Krefeld. Auch wenn viele Autofahrer und Fußgänger in den vergangenen Tagen schlechte Erfahrungen gemacht haben: Der heftige Wintereinbruch in Krefeld hat auch seine guten Seiten. Zumindest aus Sicht der Baumärkte in der Stadt.

"Keine Schneeschaufeln, kein Salz, kein Splitt. Seit drei Tagen ist alles weg", zählt Dirk Otten auf. Der stellvertretende Geschäftsführer im Hornbachmarkt hat zwar alles neu geordert, aber der Lieferant kommt den vielen Anfragen kaum hinterher. Nachschub gibt es deshalb vielleicht erst in der kommenden Woche.

"Was Winterartikel angeht machen wir gerade ein Mehrfaches des Umsatzes im Vergleich zum Vorjahr", heißt es auch bei Praktiker. Granulate, Brennholz, Enteisungssprays seien aber immer noch vorhanden. Nur den Schlitten ist es an die Kufen gegangen: ausverkauft! Allein in dem größten der drei Krefelder Märkte sind seit Sonntag zwischen 50 und 100 Schlitten über die Theke gegangen.

Auf den Baustellen im Stadtgebiet stehen hingegen derzeit die Werkzeuge still. Egal ob Baugewerbe, Gerüstbauer oder Dachdecker: Wegen der extremen Kälte ist in diesen Bereichen an Arbeiten nicht zu denken. "Bis null Grad ist ein Arbeiten möglich, darunter nicht", sagt Klaus Schaub, Obermeister der Dachdecker-Innung Krefeld.

Zwar könne man Holzbalken auch bei Minusgraden verwenden, bei Kunststoffen oder Blechen sei die Lage jedoch anders. Wegen der Wetterprognosen sei erst in der übernächsten Woche wieder mit einer Aufnahme der Arbeiten zu rechnen.

"Auch im Hoch- und Tiefbau ist wegen des Bodenfrosts derzeit nichts möglich", berichtet Heribert Schäfer, Obermeister der Bau-Innung. Eine Entlassungswelle ist bisher aber ausgeblieben. Das liegt vor allem daran, dass zur Zeit viele Betriebe im Baubereich die Gehälter ihrer Arbeiter nicht bezahlen müssen, sondern diese von der Agentur für Arbeit übernommen werden.

Das Saisonkurzarbeitergeld, das 60 bis 67 Prozent des normalen Nettolohns beträgt, soll die Firmen dazu bewegen, von Entlassungen in den Wintermonaten abzusehen. "Wir merken, dass im Moment viele Betriebe Anträge auf Kurzarbeitergeld stellen", sagt Anja Knoblich von der Pressestelle der Krefelder Agentur für Arbeit.

Von Einbußen verschont wurde bisher der Einzelhandel. Zwar hätten in den letzten Tagen einige Kunden wegen des Wetters auf einen Einkaufsbummel verzichtet, dies habe aber nicht zu Umsatzeinbrüchen geführt, sagt Joel Smolibowski, Geschäftsführer des Krefelder Einzelhandelsverbands.

Das Faltblatt zum Streu- und Räumdienst finden Sie HIER. 

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