Besondere Ehre zum 200. Geburtstag des ehemaligen Stadtbaumeisters.

Auch das Langhaus der Alten Kirche wurde von Heinrich Johann Freyse gestaltet.  (Repro: Hans Joachim Mathias)
Auch das Langhaus der Alten Kirche wurde von Heinrich Johann Freyse gestaltet. (Repro: Hans Joachim Mathias)

Auch das Langhaus der Alten Kirche wurde von Heinrich Johann Freyse gestaltet. (Repro: Hans Joachim Mathias)

Auch das Langhaus der Alten Kirche wurde von Heinrich Johann Freyse gestaltet. (Repro: Hans Joachim Mathias)

Krefeld. Seine architektonische Handschrift hat die Stadt an vielen Stellen geprägt, mit sakralen Bauten wie der Dionysiuskirche, der Alten Kirche oder der 1938 zerstörten Synagoge, auch mit profanen Gebäuden wie dem ersten Gebäude der Städtischen Krankenanstalten an der Kölner Straße.

Vor 200 Jahren, am 4. Februar 1809, wurde der Krefelder Stadtbaumeister Heinrich Johann Freyse in Essen geboren, schon mit 41 Jahren starb er 1850. Elisabeth Kremers vom Stadtarchiv bereitet zur Zeit eine Ausstellung über sein Wirken vor, die ab März zu sehen ist.

Nach Krefeld kam Freyse vermutlich nach einem Tipp von Vagedes

Der Architekt war für Freyse der Gestalter. Deshalb kämpfte er auch zeitlebens gegen die "Unsitte", Maurer und andere Handwerker mit Entwurfsarbeiten zu beschäftigen. So setzte er auch in Krefeld 1843 den Maurermeister Friedrich Klapper als Stadtbaumeister ab.

Warum Freyse im März 1838 nach Krefeld gekommen ist, hat Elisabeth Kremers bei ihren Nachforschungen nicht herausfinden können. Man vermutet, dass Vagedes, der von Düsseldorf aus die Krefelder Wälle und die Stadterweiterung geplant hatte, ihm den Tipp Krefeld gegeben hat.

Bevor er sich linksrheinisch niederließ, hatte Freyse den Innenausbau von Schiffen entworfen, an Schloss Drensteinfurt und Haus Vorst in Leichlingen gearbeitet und im März 1837 die Landbaumeisterprüfung abgelegt. Damit hatte er die Berechtigung, auch als privater Baumeister bei öffentlichen Gebäuden die Planung und die Bauleitung zu übernehmen.

Das hat er in Krefeld extensiv praktiziert. Freyse eröffnete sein Büro an der damaligen Alleestraße, dem heutigen Ostwall, wo er sich auch selbst ein Haus baute. Freyse konnte sich bald vor Aufträgen nicht retten: 1840 war er Bauleitung beim klassizistischen Umbau der Dionysiuskirche, den der Kölner Dombaumeister Ernst Friedrich Zwirner geplant hatte.

Er plante den Neubau des Langhauses der Alten Kirche und die Vergrößerung der Mennonitenkirche. Aber auch öffentliche Gebäude wie die Schule Inrather Straße und das Städtische Krankenhaus entstanden nach seinen Plänen.

Die große Synagoge wurde 1851 bis 1853 nach seinen Plänen erbaut, zu der Zeit war Freyse bereits verstorben. Er dürfte der einzige Architekt in Krefeld sein, der an Gebäude für vier Religionsrichtungen tätig war.

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