Die CDU Krefeld und Tönisvorst schickt Britta Oellers als ihre Landtagskandidatin ins Rennen.

Es ist angerichtet, doch das Rezept bleibt Britta Oellers Geheimnis.
Es ist angerichtet, doch das Rezept bleibt Britta Oellers Geheimnis.

Es ist angerichtet, doch das Rezept bleibt Britta Oellers Geheimnis.

WZ-Serie zur Landtagswahl

Es ist angerichtet, doch das Rezept bleibt Britta Oellers Geheimnis.

„Kostüm ist Beruf“, sagt Britta Oellers. Privat bevorzugt sie Jeans und T-Shirt. In der Wohnung an der Kölner Straße wird bodenständig gekocht. Fotos (3): Dirk Jochmann

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Es ist angerichtet, doch das Rezept bleibt Britta Oellers Geheimnis.

Krefeld. Wenn Britta Oellers etwas frisch vom Metzger auf den Tisch bringen will, hat das Folgen: Ohne Scheu erfragt die Verkäuferin die Tischrunde – freundlich, unausweichlich. Für Oellers kein Problem: In Fischeln kennt man die Frau, die für die CDU seit 1999 im Rat sitzt. Die 43-Jährige ist direkt, unkompliziert, ansprechbar, und sie hat Humor. Extra aufgeräumt und geputzt habe sie vor dem Hausbesuch der WZ, scherzt sie. Roter Küchentisch, rote Wand – das ist kein politisches Bekenntnis: „Ich bin durch und durch CDU“.

Ein Glas Sekt zur Feier des Tages – das entspannt. In Jeans und T-Shirt steht die gelernte Bankkauffrau am Herd und füllt die Kasserolle mit Fleisch, zwei Bechern Sahne und einer Zwiebelmischung. „Mein Geheimnis“, sagt Oellers, während sie den Topf in den Ofen schiebt. „Man muss nicht jeden Kniff verraten.“ Das gilt gewiss auch für die Politik. Politisch interessiert ist Oellers von Kindesbeinen an. 1991 trat sie in die JU ein. In ihrem Elternhaus sei Politik von jeher Thema gewesen, vor allem natürlich Fragen, die Fischeln betrafen.

Seit 2008 wohnt Oellers wieder im Elternhaus an der Kölner Straße. Straßenbahn, Bus- und Berufsverkehr direkt vor der Haustür: „Das stört mich alles nicht.“ Die ersten fünf Jahre sei ihre Küche nur Showküche gewesen, „um Brot zu toasten und Suppe aufzuwärmen. Ich war viel unterwegs.“

Gekocht wird hier erst seit 2013 als Sohn Simon geboren wurde und auch der Partner einzog. Jetzt kochen beide – mal alleine, mal zusammen, aber nicht jeden Tag. Dazu fehlt die Zeit: Kommunalpolitisches Engagement auf der einen und die Leitung der Freiwilligen Feuerwehr in Fischeln auf der anderen Seite kosten Zeit. Und beide Aufgaben sind schwer zu planen. Da ist es gut, dass die Verwandten in Reichweite wohnen. Britta Oellers hat ihr Leben in Fischeln verbracht. „Ich lebe für Fischeln und für die Gemeinschaft.“ Im Dorf immer auf Bekannte zu treffen, gefalle ihr. Die soziale Kontrolle schreckt sie nicht. „Da sagt mir dann der Bäcker, dass mein Mann schon Brötchen gekauft hat“, erzählt sie lachend.

„Kostüm ist Beruf, privat ist Jeans und Pullover.“

Britta Oellers

Oellers hat „den klassischen Weg“ genommen: Vater CDU-Mitglied, Tochter in der Pfarrgemeinde aktiv, Eintritt in die JU, später in der CDU. Heute ist sie stellvertretende Parteivorsitzende in Fischeln und Fraktionsvorsitzende im Rat, Vorsitzende des Fördervereins für das Fischelner Jugendzentrum, Vorsitzende der Ehemaligen der Freiherr-vom-Stein-Realschule. „Ich versuche, Kontakte zu pflegen“, sagt Oellers.

Sehr bodenständig ist sie, „grundsätzlich konservativ“, aber in Sachen Ehe „sehr locker“. „Seit ewig“ sei sie mit ihrem Partner zusammen, Kind ja, Hochzeit nein. Luftlinie drei Meter von der Fischelner Feuerwache entfernt, wirft die Landtagskandidatin einen kritischen Blick in den Bräter und schiebt ihn zurück in den Backofen. Seit der Elternzeit ist Oellers aus dem Job. Vom Ausgang der Landtagswahl hängt ab, ob sie als Berufspolitikerin in Düsseldorf oder als Bankkauffrau in Krefeld wieder einsteigt.

Jetzt putzt und zupft sie Kopfsalat, verrührt Kräuteressig und Knoblauchöl mit Salz und Pfeffer und beschreibt dabei ihre Abende auf der Couch, wenn sie Akten und Vorlagen liest, Mails bearbeitet oder Termine abstimmt. Seit 1999 hat sie ihren Ratssitz. Mit der Zeit hat sie immer mehr Aufgaben übernommen. Jugend, Soziales, Gesundheit und Integration sind die Themen, die sie auch ins Land tragen will. „Ich wollte immer etwas Gutes tun. Das ist mein Ansporn“, sagt Britta Oellers.

Deshalb kämpft sie um den Platz im Landtag, mit aller Kraft. Auf Karriere war sie nie aus. „Es hat sich alles so ergeben“, sagt Oellers und richtet zufrieden das Putengeschnetzelte mit Salat und Reis auf dem Teller an.

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