Nach einem Anstieg der MRSA-Fälle in Duisburger Helios-Kliniken wurde auch in Krefeld nachgefragt. Hier das Ergebnis.

Im Klinikum Krefeld und der Klinik Hüls liegen die MRSA-Fälle laut Konzern auch 2013 unter dem Bundesdurchschnitt.  Archiv: Andreas Bischof
Im Klinikum Krefeld und der Klinik Hüls liegen die MRSA-Fälle laut Konzern auch 2013 unter dem Bundesdurchschnitt. Archiv: Andreas Bischof

Im Klinikum Krefeld und der Klinik Hüls liegen die MRSA-Fälle laut Konzern auch 2013 unter dem Bundesdurchschnitt. Archiv: Andreas Bischof

Bischof, Andreas (abi)

Im Klinikum Krefeld und der Klinik Hüls liegen die MRSA-Fälle laut Konzern auch 2013 unter dem Bundesdurchschnitt. Archiv: Andreas Bischof

Krefeld. Mangelnde Hygiene ist ein heikles Thema – vor allem in Krankenhäusern. Gefürchtet ist vor allem der gefährliche Krankheitserreger MRSA.

Nachdem in drei Duisburger Kliniken der Helios-Gruppe die Zahl der Infektionen sprunghaft angestiegen sein soll, hatte die dortige WAZ einen Leseraufruf gestartet und anschließend einen Fragenkatalog, unter anderem auch an die beiden Kliniken in Krefeld gesandt.

Drei Fragen beziehen sich auf konkrete Einzelerfahrungen und Begebenheiten im Klinikum Krefeld und zwei auf die Klinik Hüls. „In fast allen Helios-Kliniken, zu denen die WAZ einzelne Lesermeinungen bekommen hat, liegt die Anzahl der im Krankenhaus erworbenen MRSA-Fälle auch 2013 unter dem Bundesdurchschnitt“, betont Kathrin Unterberg von der Helios-Unternehmenskommunikation.

Der Konzern weist hin auf eigene Standards und Kontrollsysteme

Helios war einer der ersten Krankenhausträger, der Hygienestandards entwickelt hat. Auch deshalb hat das Unternehmen nun die Fragen und Antworten selber an die Presse verteilt und auf die jeweilige Internetseite der angefragten Kliniken gestellt.

„Trifft es zu, dass in der Klinik Hüls die Bettwäsche oft tagelang nicht gewechselt wird, obwohl dort auch Verbandswechsel vorgenommen werden?“, ist eine der Fragen. Laut Helios werde das Bettzeug patientenbezogen bei Bedarf (Verschmutzungen, vermehrte Schweißproduktion) unmittelbar gewechselt.

Der Keim MRSA (Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus) stellt ein ernsthaftes Problem in der Krankenhaushygiene in Deutschland dar. Er verursacht meist schmerzhafte Hautinfektionen, zum Beispiel Furunkel, in seltenen Fällen aber auch schwere Erkrankungen wie Lungenentzündungen. Gegen Antibiotika resistente Stämme dieses Keims kommen eben vermehrt dort vor, wo ständig Antibiotika verwendet werden, beispielsweise in Krankenhäusern und Altenheimen.

Darüber hinaus erfolge der regelmäßige Austausch der Wäsche in einem wöchentlichen Turnus sowie auf Wunsch der Patienten. Auch erfolge ein Verbandswechsel auf Unterlagen und nicht zeitgleich mit Reinigungsarbeiten im Patientenzimmer.

Helios räumt ein, dass im OP-Bereich im Klinikum abgelaufenes Sterilgut sowie andere Medizinprodukte mit kritischem Verfallsdatum von eigenen Teams vorgefunden wurden. Täglich liefen in allen Kliniken Haltbarkeitsdaten ab, was sich nur durch regelmäßige Kontrollen verhindern lässt. „Die werden auch regelmäßig an den einzelnen Standorten durchgeführt.“

Die Zahl der MRSA-Fälle habe sich in den Krefelder Häusern nachweislich verringert. Im Klinikum waren es im 2. Halbjahr 2012 noch 15 Fälle zu 10 im 1. Halbjahr 2013, in Hüls ist die Zahl mit einem Fall unverändert.

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