Manuel Schroeder fasziniert mit ganz speziellen Raumordnungen.

Manuel Schroeder stellt seine Fotografien im Kaiser-Wilhelm-Museum aus.
Manuel Schroeder stellt seine Fotografien im Kaiser-Wilhelm-Museum aus.

Manuel Schroeder stellt seine Fotografien im Kaiser-Wilhelm-Museum aus.

Andreas Bischof

Manuel Schroeder stellt seine Fotografien im Kaiser-Wilhelm-Museum aus.

Düsseldorf. Ein Mann ruht sich auf einem Sofa, einem extravaganten Möbel aus. Es steht in einer Umgebung, die an eine Messehalle erinnert. Nur die kleinen Details von Kopf und Füßen des Mannes lassen Rückschlüsse auf seine Körperhaltung zu, alles andere wird vom raumfüllenden Möbel verdeckt.

Werkschau (16)

Es ist ein privater Augenblick in einer öffentlichen Umgebung, den Manuel Schroeder mit seiner Kamera eingefangen hat. "Fotografie ist subjektiv" sagt der 1962 in Herford geborene Künstler, der dieses Medium benutzt, um den für ihn wesentlichen "einen Moment" festzuhalten. Das Thema des Menschen im urbanen Kontext fasziniert Schroeder, der in der Ausstellung "Quergeschnitten" als einziger der ausstellenden Künstler drei völlig unterschiedliche Werkgruppen zeigt.

Die Fotografien aus der Serie "Le moment surpreme" nehmen die Hauptwand des Raumes ein. Neben dem eingangs beschriebenen Bild gibt es auch eine menschenleere Aufnahme, die ein wunderbares Licht- und Schattenspiel an einer Treppe zeigt. Auch hier hat Schroeder den für ihn richtigen Augenblick abgewartet. Das zeigt, dass er seine Umgebung mit einem besonderen Blick wahrnimmt und in seinen Bildern spezielle Raumordnungen erstellt.

Ein formaler Bildaufbau, eine bestimmte Linienführung sind ihm wichtig. Diese formale Strenge wird durch die inhaltlichen Komponenten wieder aufgelockert. Der öffentliche Raum ist für Schroeder dabei wie ein Atelier, in dem er kreativ agiert.

An der Intimität der eingefangenen Augenblicke lässt er den Betrachter, der seinen subjektiven Blickwinkel einnimmt, teilnehmen. Als Künstler geht er stets mit respektvoller Distanz vor, stellt die Menschen nie bloß. Auf ähnlich subtile Weise hat er für ein anderes Projekt ihm unbekannte Menschen selbst agieren lassen.

"I was here" heißt der Zyklus, für den er schwarz lackierte Tische in einer öffentlichen Bibliothek aufgestellt und zum willkürlichen Beschriften freigegeben hat. Das Ergebnis: Ein Sammelsurium individueller und zugleich anonymer Botschaften.

Bewegung und Technik verschmelzen eindrucksvoll in der Videoarbeit "Die dritte Dimension", die das Thema Mensch und Maschinen am Beispiel einer Kirmesschaukel untersucht. Die Vielseitigkeit dieses Künstlers lässt sich mit den her gezeigten Werkgruppen nur erahnen. "Das ist nur die Spitze des Eisbergs" sagt er selbst dazu. Als Künstler sieht er sich selbst in einer gesellschaftlichen Verantwortung. Er steht kurz vor der Gründung eines Kunstvereins. Standort des Vereins wird der Krefelder Südbahnhof sein.

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