Fördervereins-Vorsitzender appelliert an die Politiker, ihren Streit um den anonymen Spender beizulegen – zugunsten des Krefelder Wahrzeichens.

Krefeld. Es geht um das Krefelder Wahrzeichen! Franz Joseph Greve appelliert an die Krefelder Politiker, die Diskussion um die Turmspitze der St. Dionysius-Kirche zu beenden: "Hauptsache, der Schandfleck kommt weg!" Der Vorsitzende des Fördervereins "Dio-Spitze" beobachtet mit Sorge, dass die Wieder-Errichtung des Wahrzeichens der Stadt in den politischen Mühlen zermahlen wird: "Egal wie diese Diskussion um die Spende ausgeht, damit ist keinem geholfen."

Oberbürgermeister Gregor Kathstede hatte in der Diskussionsveranstaltung von WZ und Welle Niederrhein vor der Kommunalwahl verkündet, dass es einen Spender gebe, der bereit sei, eine halbe Million für die neue Kirchturmspitze zu zahlen. Nun ist die Kommunalwahl fast drei Monate her und der geheimnisvolle Spender hat sich immer noch nicht gemeldet.

Während die politischen Gegner mutmaßen, dies sei ein rein wahltaktischer Schachzug gewesen, weigert Kathstede sich, den Namen zu nennen. Auch die Möglichkeit, dass der Oberbürgermeister eine städtische Tochter wie Wohnstätte, SWK oder Sparkasse in die Pflicht genommen haben könnte, sorgt für heftige Kritik der Opposition.

Bistum trägt die Kosten für die Restaurierung des Mauerwerks

Der Förderverein hat derweil ganz andere Sorgen. Die Spezialfirma Creutz aus Aachen, die während der ganzen "spitzenlosen" Zeit das Gerüst unentgeltlich zur Verfügung gestellt hat, hat mit der Restaurierung des Oktogons begonnen. Seitdem wird nun auch das - für die Bauarbeiten erweiterte - Gerüst in Rechnung gestellt. Die Kosten für diese Arbeiten am Mauerwerk, dem Fundament für den Kupferhelm, übernimmt das Bistum.

Das wird ungefähr ein halbes Jahr dauern. Dann - so der ursprüngliche Plan - sollte es dank der Großspende gleich weitergehen mit der Kupferspitze. "Wenn wir jetzt eine Zeitverzögerung über ein halbes Jahr haben, bekommen wir ein Problem mit dem Gerüst. Die Firma ist bereit, darüber zu reden, aber nicht auf unbegrenzte Zeit", sagt Greve. Wenn die Großspende nicht kommt, und wir mit Kleinspenden arbeiten müssen, dann reden wir von einer Zeitspanne von fünf bis zehn Jahren. So lange kann das Gerüst nicht stehen bleiben."

Die Spitze - im 19. Jahrhundert auf Bürgerinitiative in der jetzigen Form errichtet - fällt nicht in die Zuständigkeit der Kirche. Denn als Kirchenraum funktioniert sie auch ohne Kupferdach. Bislang stehen rund 300.000 Euro, zumeist Spenden für den Dio-Spitze-Verein und die Kirchengemeinde zur Verfügung. Da die Gesamtsumme über 800.000 Euro beträgt, käme die geheimnisvolle Großspende gerade recht.

Greve: "Viele Leute, auch von außerhalb, sprechen mich auf den Kirchturm an: ,Warum ist denn da immer noch nichts passiert?’ Seit fünf Jahren steht das Gerüst. Es muss jetzt was passieren. Sonst können wir uns mit der Krefelder Überheblichkeit einseifen."

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