Mit einem Pilotprojekt will ein Netzwerk die Integration in Krefeld beschleunigen.

Mit einem Pilotprojekt will ein Netzwerk die Integration in Krefeld beschleunigen.
Im Einsatz für das Handlungskonzept Arbeitsmarktintegration (v.l., hinten): Beate Zielke, Stadtdirektorin, Brigitta Kubsch-von Harten, Agentur für Arbeit, Jürgen Steinmetz, Industrie- und Handelskammer Mittlerer Niederrhein, Ralf Wimmer, Unternehmerschaft Niederrhein, Eva Renard, Arbeitsgemeinschaft der Wohlfahrtsverbände Krefeld, Tavin Lara Turanli vom Jobcenter, Hansgeorg Rehbein, Flüchtlingskoordinator, Heinz Frenz, Bertelsmann-Stiftung (vorne links) und OB Frank Meyer.

Im Einsatz für das Handlungskonzept Arbeitsmarktintegration (v.l., hinten): Beate Zielke, Stadtdirektorin, Brigitta Kubsch-von Harten, Agentur für Arbeit, Jürgen Steinmetz, Industrie- und Handelskammer Mittlerer Niederrhein, Ralf Wimmer, Unternehmerschaft Niederrhein, Eva Renard, Arbeitsgemeinschaft der Wohlfahrtsverbände Krefeld, Tavin Lara Turanli vom Jobcenter, Hansgeorg Rehbein, Flüchtlingskoordinator, Heinz Frenz, Bertelsmann-Stiftung (vorne links) und OB Frank Meyer.

Dirk Jochmann

Im Einsatz für das Handlungskonzept Arbeitsmarktintegration (v.l., hinten): Beate Zielke, Stadtdirektorin, Brigitta Kubsch-von Harten, Agentur für Arbeit, Jürgen Steinmetz, Industrie- und Handelskammer Mittlerer Niederrhein, Ralf Wimmer, Unternehmerschaft Niederrhein, Eva Renard, Arbeitsgemeinschaft der Wohlfahrtsverbände Krefeld, Tavin Lara Turanli vom Jobcenter, Hansgeorg Rehbein, Flüchtlingskoordinator, Heinz Frenz, Bertelsmann-Stiftung (vorne links) und OB Frank Meyer.

Krefeld. Es ist ein Pilotprojekt, das jetzt an vier deutschen Standorten anläuft: im Allgäu, im Breisgau, im Saarland und eben in Krefeld. Die Rede ist von einem neuen Handlungskonzept, durch das zukünftig Zuwanderer effizienter in ihrer zweiten Heimat und vor allem auf dem Arbeitsmarkt integriert werden können. Jetzt wurde nach einer entsprechenden Initiative der Bertelsmann-Stiftung eine Art Kooperations-Vereinbarung im Rathaus geschlossen. Nach dem Ankommen der Asylbewerber geht es dem Netzwerk, darunter Vertreter von IHK, Unternehmerschaft, Agentur für Arbeit, den Wohlfahrtsverbänden und der Stadt, darum, die ausländischen Mitbürger möglichst passgenau und ohne größere Warteschleifen in den Arbeitsmarkt zu vermitteln. Oberbürgermeister Frank Meyer bezeichnete dies als eine „Mammutaufgabe“.

Möglichst unabhängig von staatlichen Leistungen

Oberstes Ziel müsse dabei erst einmal der bestmögliche Spracherwerb und dann die Teilhabe am Arbeitsmarkt sein, auch um die Flüchtlinge mit einer Bleibeperspektive schnell und möglichst unabhängig von staatlichen Leistungen zu machen. „Viele Menschen wollen mit anpacken, wollen hier etwas lernen“, sagte Meyer. Hansgeorg Rehbein, Flüchtlings-Koordinator der Stadt Krefeld, stellte das von der Bertelsmann-Stiftung und dem Netzwerk „Integration durch Qualifizierung“ (IQ) initiierte Projekt vor. Ziel müsse die Erstellung individueller „Fahrpläne“ sein, durch die man gezielter die Menschen oder bestimmte Personengruppen durch den Dschungel der Bürokratie führen kann. „So müssen wir schneller als bisher dafür sorgen, dass möglichst nahtlos die aufbauenden Sprachkurse, auch die, die man für die Spezialausbildung braucht, durchgeführt werden.“ Bislang habe es bei der Sprachförderung keine ausreichenden Abstimmungen gegeben.

Gute Zusammenarbeit mit der Unternehmerschaft

Hansgeorg Rehbein stellt sich eine Art „Laufmappe“ vor, die eine Zielvereinbarung, die Fakten und die speziellen Zertifikate der jeweiligen Personen enthält. Diese Unterlagen würden dann schrittweise ergänzt, ein Gesamtbild ergeben, inklusive der beabsichtigten beruflichen Eignung und einer guten Zusammenarbeit mit den „Lotsen“ und der Unternehmerschaft. „Wir geben das weiter und versuchen, wenn damit die bürokratischen Hürden abgebaut werden können, die Betriebe zu motivieren mitzumachen, auch verstärkt Ausbildungsstellen oder Praktika anzubieten“, sagt der Vertreter der Unternehmerschaft, Ralf Wimmer.

Die Leitung und Geschäftsführung des Projektes hat die Stadtverwaltung Krefeld übernommen. Die neue Projekt-Gruppe gehört der neue Fachbereich Migration/Integration ebenso an wie die Jugendhilfe, Wirtschaftsförderung, Jobcenter oder die Wohlfahrtsverbände und das IQ-Netzwerk, bei dem auch die Hochschule Niederrhein mitmacht. „Damit könnte Krefeld bei der Arbeitsmarktintegration einen Riesensprung machen“, ist Heinz Frenz von der Bertelsmann-Stiftung überzeugt.

Ebenfalls positiv gestimmt sind der Hauptgeschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein, Jürgen Steinmetz, sowie Brigitta Kubsch-von Harten, „Geschäftsführerin operativ“ der Agentur für Arbeit in Krefeld. Stadt-Direktorin Beate Zielke teilte noch mit, dass seit 2015 in Krefeld 4000 Flüchtlinge aufgenommen, untergebracht und versorgt worden sind. Frank Meyer: „Das vorliegende Konzept ist ein guter Beginn, und es ist auch ein Beleg dafür, dass wir in Krefeld dazu fähig sind, gemeinsam Herausforderungen anzunehmen, statt jeden für sich wurschteln zu lassen.“ schö

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