Entspannte Stimmung rund um die Linner Burg: Rund 65000 Besucher haben es genossen.

Bei strahlendem Wetter genossen viele Besucher die Sonnenstrahlen an der Linner Burg und die gute Unterhaltung auf dem Flachsmarkt.
Bei strahlendem Wetter genossen viele Besucher die Sonnenstrahlen an der Linner Burg und die gute Unterhaltung auf dem Flachsmarkt.

Bei strahlendem Wetter genossen viele Besucher die Sonnenstrahlen an der Linner Burg und die gute Unterhaltung auf dem Flachsmarkt.

Dirk Jochmann

Bei strahlendem Wetter genossen viele Besucher die Sonnenstrahlen an der Linner Burg und die gute Unterhaltung auf dem Flachsmarkt.

Krefeld. Die ersten Besucher stehen am Samstagvormittag in Schlangen vor den Kassen oder flanieren gemütlich über das Flachsmarkt-Gelände. Staunend sieht Wiebke (2) aus Gevelsberg sich auf der Ritterwiese um und beobachtet die Schwertkämpfe. "Welche Prinzessin bist du denn?", fragt sie ein Edelmann in Rüstung. "Prinzessin Wiebke", bekommt er zurück, woraufhin er sich gleich verbeugt und der kleinen Prinzessin einen Handkuss gibt.

Viele Besucher sind selbst als Prinzen und Ritter unterwegs

Ohnehin haben etliche Ritter und Burgfräulein den Weg nach Linn gefunden, denn für viele Besucher gehört es dazu, sich passend zur Epoche des ursprünglichen Flachsmarktes zu kleiden. "Ich habe dieses Kleid schon lange im Schrank hängen und dachte, es wäre heute eine tolle Gelegenheit es mal anzuziehen", erklärt Christiane aus Düsseldorf und streicht sich dabei ihr blaues Samtgewand mit weiten Ärmeln glatt.

In vollem Ritterkostüm mit Helm und Holzschwert spaziert Max (5) aus Oppum über den Markt. Sein Großvater hat ihm das Kostüm gekauft. Klar ist, wen der kleine Max darstellt: "Ritter Lanzelot", gibt er zur Antwort.

Unterdessen macht das Fanfarenkorps im Vorgarten des Hauses von "Mr. Flachsmarkt", Helmer Raitz von Frentz, stimmungsvolle Musik. Kurfürst Manfred I. steht mit Gefolgschaft im Hauseingang und lächelt dem einfachen "Fußvolk" zu, das sich im Vorhof bei strahlendem Sonnenschein tummelt.

"Wir waren ja vor der Eröffnungsfeier noch in der Kirche, um noch mal ein Gebet für gutes Wetter gen Himmel zu schicken", verrät Schirmherr Leen van Marion lachend. Drei Kutschen setzen sich samt Veranstalter, Schirmherr und Ehrengäste in Bewegung Richtung Vorburg.

Zum 36. Mal fand der Flachsmarkt statt. Bereits 1315 gab es den Markt. 1974 ließen ihn engagierte Linner um die Burg wieder aufleben.

Dort errichtet man feierlich das Marktkreuz, Schirmherr van Marion eröffnet offiziell den Flachsmarkt. Und Friedhelm Pauen und Heinz Grieger von den Königsgrenadieren erhalten die Wahlefeld-Plakette für ihr jahrelanges Engagement.

"Uns ist es wichtig, dass die Besucher den Herstellungsprozess beobachten können."

Helmer Raitz von Frentz, Mitveranstalter

An jedem Stand gibt es etwas anderes zu sehen, hier wird gehämmert und geschmiedet, dort gefilzt oder gestickt und jede Frage wird freundlich beantwortet. Von Holz- bis Lederschuh, Bonbon- bis Bürstenmacher. Alles handgefertigt, industriell hergestellte Produkte haben auf dem Flachsmarkt keine Chance. "Uns ist wichtig, dass die Besucher den Herstellungsprozess beobachten können", sagt Raitz von Frentz.

Für gute Stimmung sorgen unter anderem auch die Musikantengruppen Parelmoer und Mit voller Spielmannswucht, die über das Marktgelände ziehen und mal altertümlichen Bänkelgesang, mal moderne Melodien zum Besten geben. Die kleinen Besucher nehmen gerne selbst den Hammer in die Hand und probieren sich an vielen Ständen aus. Neben Basteln, und Perlensticken, ist für viele Kinder das Dampfkarussell die erste Anlaufstelle.

Eines der Highlights für große und kleine Besucher sind die Ritterspiele. Neben den Turnieren zu Pferd und zu Fuß kann man bei einem Streifzug durch das Ritterlager das Leben dieser Edelmänner wie im Mittelalter beobachten. In Zelten wird gearbeitet, gekocht und geschlafen.

"Heute gab es Hühnersuppe", erzählt Oberritter Guido Heisterbach. "Dort drüben steht mein Zelt", sagt er und zeigt auf seine gelb-gestreifte Unterkunft, "aber ich schlafe 500 Meter weiter in meinem Bett zu Hause", verrät der Linner hinter vorgehaltener Hand und mit schelmischem Grinsen. Eben ein Ritter in modernen Zeiten.

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