In Uerdingen kommen Marktschreier und Besucher auf ihre Kosten.

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Gut besucht war der Fischmarkt in Uerdingen von Freitag bis Sonntag.

Gut besucht war der Fischmarkt in Uerdingen von Freitag bis Sonntag.

Dirk Jochmann

Gut besucht war der Fischmarkt in Uerdingen von Freitag bis Sonntag.

Krefeld. Früher sind sie schneller heiser geworden, die schreienden Verkäufer auf den Fischmärkten. Auf dem historischen Markt in Uerdingen tragen sie Kopfmikrofone, die ihre Angebote, Zoten und Beschimpfungen über den ganzen Platz hallen lassen.

Und es wirkt: Wenn in Uerdingen Fischmarkt ist, füllt sich die Fußgängerzone so, wie die Geschäftsleute es sich immer wünschen- an allen drei Tagen.

Wurst-Ralli füllt Tüten für zehn oder auch 20 Euro mit Unmengen verschiedener Sorten: "Gib mir ’nen Zehner, mein Schatz," wird er schnell vertraulich und stellt fest: "Du hast einen zum Schleppen dabei. Willkommen in der Sklaverei."

Ralf Bornemann ist der "Wattwurm", wie auch die dünne lange Salami für 50 Cent heißt. Er wirft einige in die Menge und schreit: "Hauptsache, Ihr kauft keine Aale."

Er hat am Freitag seinen Wagen komplett ausverkauft, verrät er: "Kein Problem, abends rufe ich an und morgens ist ein LKW mit frischem Nachschub da."

Die Waren, die auf dem Uerdinger Fischmarkt angeboten werden könnten unterschiedlicher nicht sein. Die Palette reicht von Fisch, Wurst und Pflanzen über Pferdebalsam, Bonbons, Fußpflegemittel und Insektengitter bis zu Bratwürsten und Reibekuchen.

Auch für die Unterhaltung war auf dem Fischmarkt gesorgt: Mit einem Kinderkarussell und auf der Bühne, mit den "Oedingsche Jonges", der Lions-Dance-Band oder einem Alleinunterhalter am Sonntag sowie Musik am laufenden Band.

Wenn in Uerdingen Fischmarkt ist, füllt sich die Fußgängerzone so, wie die Geschäftsleute sich das wünschen. Deswegen hatten die Läden auch am Sonntag geöffnet.

Das ist die Organisation von Sonja Kunz, die ihre Firma "Wattwurm" in Eickendorf bei Magdeburg hat und zwanzig mobile Stationen mit Nachlieferungen bedient.

Bornemann kommt gerne nach Uerdingen. Er ist hier geboren. Auf dem Löschenhofweg, erklärt er. Seit 25 Jahren ist er dabei und es macht ihm immer noch Spaß: "Wenn ich das Mikro anschalte, bin ich in meinem Element." Nach drei Tagen sei er erst mal "erschossen", sagt er.

Aber am Dienstagmorgen um Sechs geht es weiter, in den südlichsten Schwarzwald, nach Rottweil. Sein Konkurrent vom Fisch ist nicht nur im lauten Disput etwas unmutig: "Gestern war ein guter Tag, aber heute bewegt sich noch nichts."

Das war am Sonntag wieder anders. Eberhard Schulte preist die Aale ("dick wie Hamburger Wale") gleich bündelweise an. Bis vor wenigen Jahren arbeitete er als Zimmermann in den Niederlanden. Jetzt ist er mit Fisch auf Tour.

Wolfgang Hermanns (74), Original Uerdinger, ist nicht sicher, ob der Fischmarkt oder das Wetter die Menschen anzieht. Er hat jedenfalls keinen Fisch, sondern Reibekuchen gegessen. Aber seine Frau Anni (73) stellt fest: "Endlich ist hier mal was los."

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