Sie kann mit Köln und Düsseldorf mithalten: die Damensitzung der GKG Krefeld und des Damenkomitees „Fidele 11“.

Sie kann mit Köln und Düsseldorf mithalten: die Damensitzung der GKG Krefeld und des Damenkomitees „Fidele 11“.
Ausgelassen war die Stimmung im Seidenweberhaus bei der Damensitzung.

Ausgelassen war die Stimmung im Seidenweberhaus bei der Damensitzung.

Di Damen feierten schon am Samstagabend ohne scheu vor Nähe.

Als die Herrensitzung der Großen Karnevalsgesellschaft Krefeld 1878 (GKGK) am Sonntagmorgen begann, erholten sich die Damen noch von ihrer Sitzung am Vorabend.

(3): Jochmann, Bild 1 von 3

Ausgelassen war die Stimmung im Seidenweberhaus bei der Damensitzung.

Krefeld. Ab Samstagnachmittag ließen es die Frauen im Seidenweberhaus so richtig krachen. Rund 900 Gäste feierten „als wär’n se jeck“. Die Party ist beliebt, bereits Wochen vorher sind die Karten vergriffen. Zur Begrüßung lässt Präsident Andreas Jörissen die Stimmungskanonen knallen. Die Menge wird zum Schunkeln angeregt, alles ist bunt und bewegt sich. „Krefeld, du wunderschöne Seidenstadt, du bist die Stadt, die was zu bieten hat“, trällert Jörissen ins Mikro und die Damen schunkeln kräftig. Auch die Aufforderung „Steht auf, wenn ihr feiern wollt, steht auf, wenn ihr Party wollt“ wird prompt umgesetzt.

Hier wird Party, nicht Pause gemacht

Das Tempo bleibt den ganzen Abend konstant hoch. Verschnaufpausen sind nicht eingeplant. Der Stripper „Nr. Boy“ springt auf die Bühne und lässt direkt zu „Der König von Mallorca“ die Hüllen fallen. Ein kurzes Aufblitzen eines Sixpacks, dann verschwindet „Nr. Boy“ wieder. Keine Sorge: Die kreischenden Damen werden später noch mehr nackte Haut zu sehen bekommen.

Auf der Bühne sitzen zu beiden Seiten des Präsidenten die Frauen des Damenkomitees. Verkleidet sind sie als Inderinnen – mit schwarzen Perücken und farbenfrohen Gewändern.

Der Großteil des Publikums sitzt an Tischen vor der Bühne, ein Teil schaut von der Empore aus zu. Vereinzelnd sind auch Männer zu sehen. Diese gehören aber in den meisten Fällen zur Karnevalsgesellschaft – oder sind als Kellner im Einsatz. Auf einigen Tischen wird das Bier direkt aus kleinen Fässern gezapft.

„Es ist einfach super, um neue Kontakte zu knüpfen.
Man kommt sofort mit jedem ins Gespräch.“

Julia Schlott

Bier scheint auch bei Damensitzungen das Getränk der Wahl zu sein. „Das Gesamtpaket stimmt hier einfach“, sagt Fabienne Dreischer. Die Sitzung besucht sie zusammen mit ihrer Freundin Julia Schlott, die zum zweiten Mal vor Ort ist. „Es ist einfach super, um neue Kontakte zu knüpfen. Man kommt sofort mit jedem ins Gespräch“, schreit Julia Schlott und versucht so, das Programm auf der Bühne zu übertönen.

Gerade steht dort Achnes Kasulke im Putzfrauenkostüm und rechnet mit der Welt – insbesondere der Männerwelt – ab. Besonders ihre selbstironischen Zoten kommen an. „Alles, was ihr hier seht, ist erotische Nutzfläche“, ruft sie und wirft sich in laszive Pose. Die Frauen sind aus dem Häuschen, auch wenn nicht jeder Gag sofort zündet. „In dem Programm fehlt ein bisschen der rote Faden“, sagt Fabienne Dreischer.

Am Tisch von Janina Tiemann, Patrizia Strzodka und Kristina Unterkirschner wäre wohl auch gute Stimmung, wenn auf der Bühne gar nichts los wäre. Mit insgesamt zehn Leuten sind sie hier, teilweise gehören sie der Tanzgruppe „Majoretten Black Pearl“ an. „In Köln oder Düsseldorf zahlt man für so eine Veranstaltung locker das Drei- oder Vierfache“, sagt Kristina Unterkirschner. Die 25 Euro für eine Karte seien richtig günstig. „In Krefeld sind alle so offen. Mein Herz zieht mich immer wieder hier hin“, sagt Kristina Unterkirschner, die in Büderich wohnt, aber in Krefeld geboren wurde.

Was sich im Laufe des Abends zeigt: Es gibt unglaublich viele karnevalstaugliche Lieder. „Das ist Wahnsinn, warum schickst du mich in die Hölle“ Was auch gut geht: „Hey Baby“, „Gangnam Style“, „Cowboy und Indianer“, um nur einige zu nennen.

Braucht es nicht eine Menge Alkohol, um da hemmungslos mitzusingen? „Alkohol ist nicht zwingend notwendig, bringt aber natürlich mehr Spaß“, sagt Maike Stensmann. Charlotte Tepasse meint wegen ihres Musikgeschmacks: „Ich trinke gerade nichts, aber bei der Musik wäre es schon ein Vorteil.“

Wie auch immer: „Zicke, zacke, zicke, zacke, hoi, hoi, hoi!“

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