Mehrere Bewohner sind eingeschlossen. Im Erdgeschoss wüten die Flammen. Der einzige Ausweg: die Drehleiter der Einsatzkräfte.

Das Feuer brach in einer Wohnung im Erdgeschoss aus.
Das Feuer brach in einer Wohnung im Erdgeschoss aus.

Das Feuer brach in einer Wohnung im Erdgeschoss aus.

samla.de

Das Feuer brach in einer Wohnung im Erdgeschoss aus.

Krefeld. Hilfeschreie hallen durch die enge Neue Linner Straße. Beißender Brandgeruch macht sich breit. Eine Erdgeschosswohnung eines Mehrfamilienhauses war am Montagabend in Brand geraten. „Das war schon eine enge Geschichte“, sagt Klaas Henkel, Sprecher der Feuerwehr. Gegen 21.38 Uhr gingen gleich mehrere Anrufe von Anwohnern der Straße in der Leitstelle ein.

Starker Rauch versperrt Bewohnern den Rettungsweg

Als die Einsatzkräfte eintreffen, bietet sich ihnen ein dramatisches Bild. „Aus dem gesamten Gebäude drang Rauch“, sagt Henkel.Die Bewohner der oberen Geschosse hatten sich an die Fenster gerettet, sie machten durch laute Rufe auf sich aufmerksam. Durch den Brandrauch, der sich vom Erdgeschoss über das Treppenhaus ausgebreitet hatte, waren sie eingeschlossen. „Da kommt man dann nur noch mit Atemschutz durch“, erklärt Henkel. Rund 50 Einsatzkräfte der Feuerwehr sind vor Ort. Darunter eine Löschgruppe aus Oppum. Ein Einsatzfahrzeug mit einer Drehleiter ist in dem Moment das wichtigste Werkzeug der Einsatzkräfte.

„Wir haben die Bewohner regelrecht aus den Fenstern gepflückt“, sagt Henkel. Insgesamt mussten acht Menschen und ein Hund mit der Drehleiter aus den Wohnungen gerettet werden. Wegen der Enge der Neuen Linner Straße konnte nur eine Drehleiter eingesetzt werden.

„Aus dem gesamten Gebäude drang Rauch. Das war schon eine enge Geschichte.“

Klaas Henkel, Feuerwehrsprecher

Eine weitere Person wurde im verrauchten Treppenraum gefunden. Da befand sich die Bewohnerin des Erdgeschosses bereits im Freien. In ihrer Wohnungen wüteten die Flammen. Gleichzeitig zur Rettungsaktion mit der Drehleiter wurde mit der Bekämpfung des Feuers begonnen. Zwei Personen mussten mit leichten Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht werden. Während der Brand gelöscht wurde, kontrollierten weitere Einsatzkräfte das Gebäude. Sie konnten eine Katze, ein Kaninchen und einen Vogel aus den verrauchten Wohnungen retten.

Erst um 0.30 war der Einsatz beendet. Feuerwehrmänner kontrollierten ein letztes Mal, ob sich nicht doch noch Glutnester in dem Haus befinden. Das positive Fazit des aufregenden Einsatzes: „Es gab keine Brandverletzten“, sagte Henkel am Dienstag. Zumindest die Erdgeschosswohnung und das Treppenhaus haben wohl erheblichen Schaden genommen, schätzt der Experte.

Die Ursache des Brandes ist bisher noch völlig unklar, betont Polizeisprecher Daniel Uebber. Das Haus ist von der Kriminalpolizei beschlagnahmt worden. Wann die Bewohner der oberen Etagen wieder in ihre Wohnungen zurück können, wird am Mittwoch ein Brandsachverständiger untersuchen müssen. Für zwei Personen konnte die Stadt in der Nacht noch eine Unterkunft organisieren. Die restlichen Bewohner konnten nach Angaben der Feuerwehr bei Verwandten oder Freunden unterkommen.

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