Gutachten bestätigt Verdacht: An etlichen Stellen in der Stadt muss die Verwaltung handeln.

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Je dunkler desto höher die Feinstaub-Belastung: Hier die Leyentalstraße an der Ecke Moerser Straße. (Grafiken: Stadt Krefeld)

Je dunkler desto höher die Feinstaub-Belastung: Hier die Leyentalstraße an der Ecke Moerser Straße. (Grafiken: Stadt Krefeld)

Je dunkler desto höher die Feinstaub-Belastung: Hier die Leyentalstraße an der Ecke Moerser Straße. (Grafiken: Stadt Krefeld)

Krefeld. Nun steht es fest: Menschen, die an der Kölner Straße südlich der Kreuzung Hafelsstraße wohnen, sind überhöhten Belastungen durch Feinstaub und Stickstoffdioxid ausgesetzt. Dasselbe gilt für Bürger, die an der Kölner Straße nördlich der Gath oder nahe der Kreuzung Leyental-, Blumental- und Moerser Straße leben.

Auch Nordwall und Ostwall zwischen Rhein- und Hansastraße sind hochbelastet, ferner Oranierring und Nassauerring zwischen Hülser und Blumentalstraße. Zu diesem Ergebnis ist das Kölner Ingenieurbüro iMa cologne gekommen, das von der Stadt mit einer genauen Berechnung der Belastung von zwölf Verdachtsstellen beauftragt worden war - dem so genannten Feinscreening.

Luftreinehalteplan muss bis zum Jahresende stehen

"Es ist ja bedrückend, wenn man sieht, dass direkt neben den dunklen Stellen auf der Karte Schlaf- und Kinderzimmer liegen", sagte Paul Hoffmann von der FDP am Dienstagabend nach dem Lichtbildervortrag des städtischen Umweltplaners Andreas Rademacher.

Nun werden Bezirksregierung und Stadt Krefeld aber nicht in hektischer Betriebsamkeit Umweltzonen einrichten oder andere kurzfristige Verkehrsbeschränkungen ausrufen. In den kommenden Monaten wird ermittelt, wer verantwortlich für die Emissionen ist: Pkw- oder Lkw-Verkehr, eventuell auch Heizungsanlagen und Gewerbe.

Dazu sind in den rechnerischen Belastungszonen auch Verkehrszählungen nötig. Die Arbeit fängt jetzt erst an - und die Zeit drängt. Bis Ende des Jahres muss nach der Vorgabe des Landes der Luftreinehalteplan stehen.

So lange es den nicht gibt, können Anwohner Maßnahmen gegen den giftigen Dreck einklagen. Bis November will die Stadt die Arbeit getan haben, "ein ehrgeiziges Projekt", wie Planungs- und Umweltdezernent Thomas Visser vor den Politikern einräumte. Bei künftige Planungen müssten sich alle umstellen: "Dann geht es nicht mehr nur noch um schwarzes oder weißes Pflaster oder dieses oder jenes Lampen-Modell beispielsweise auf dem Ostwall".

Dann geht es bei Planungen auch nicht mehr um die Luftbelastung allein. Denn das Land muss die zweite Umgebungslärm-Richtlinie umsetzen. Nach dem Erlass des Ministeriums für Umwelt und Naturschutz ist Krefeld einer von 26 betroffenen Ballungsräumen. Umweltamtsleiter Helmut Döpcke: "Bis Juli 2012 hat die Stadt Zeit, die Lärmdaten zu ermitteln. Im Juli 2013 müssen gegebenenfalls Maßnahmen zur Lärmminderung umgesetzt werden." Man stehe kurz vor der Vergabe des Auftrages für eine Lärmkartierung an ein Ingenieurbüro.

Bis 2011 soll diese Erfassung der Gebiete mit besonders viel Krach abgeschlossen sein. Auf die Frage von Christoph Bönders (Grüne), ob denn der Bürger sein Recht auf Ruhe einklagen könne, meinte Döpcke: "Das sieht die Rechtssprechung nicht vor - noch nicht."

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