Kaan Tahtaci erlebt das Rückspiel des FC Bayern München gegen Atletico Madrid auf der Westtribüne live mit. Auf der Reise wird der 28-Jährige von seiner Mutter begleitet.

Kaan Tahtaci besuchte zusammen mit seiner Mutter Sevda gestern das Spiel des FC Bayern München gegen Atletico Madrid.  Fotos (4): Tahtaci/dpa
Kaan Tahtaci besuchte zusammen mit seiner Mutter Sevda gestern das Spiel des FC Bayern München gegen Atletico Madrid. Fotos (4): Tahtaci/dpa

Kaan Tahtaci besuchte zusammen mit seiner Mutter Sevda gestern das Spiel des FC Bayern München gegen Atletico Madrid. Fotos (4): Tahtaci/dpa

Kaan Tahtaci besuchte zusammen mit seiner Mutter Sevda gestern das Spiel des FC Bayern München gegen Atletico Madrid. Fotos (4): Tahtaci/dpa

Kaan Tahtaci besuchte zusammen mit seiner Mutter Sevda gestern das Spiel des FC Bayern München gegen Atletico Madrid. Fotos (4): Tahtaci/dpa

Kaan Tahtaci besuchte zusammen mit seiner Mutter Sevda gestern das Spiel des FC Bayern München gegen Atletico Madrid. Fotos (4): Tahtaci/dpa

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Kaan Tahtaci besuchte zusammen mit seiner Mutter Sevda gestern das Spiel des FC Bayern München gegen Atletico Madrid. Fotos (4): Tahtaci/dpa

Krefeld/München. „Das Adrenalin schoss mir bei jeder Torchance durch den Körper.“ Kaan Tahtaci kann Sekunden nach dem Abpfiff der Champions–League-Partie zwischen dem FC Bayern München und Atletico Madrid nur schwer beschreiben, wie es in ihm aussieht.

Der 28-jährige Krefelder ist live im Stadion dabei, als Thomas Müller und Co. trotz einer guten Leistung den Einzug in das Finale der Champions League knapp verpassen. „Ich bin natürlich traurig, dass meine Mannschaft nicht ins Finale gekommen ist“, sagt Kaan und ergänzt dann mit einem Lächeln im Gesicht: „Es war trotzdem ein wahnsinnig aufregender Tag“. Angefangen hat dieser bereits sehr früh am Dienstagmorgen.

Der seit seinem 1. Lebensjahr aufgrund einer spastischen Erkrankung auf den Rollstuhl angewiesene Krefelder startet um 8.08 Uhr zusammen mit seiner Mutter Sevda vom Duisburger Hauptbahnhof mit dem Zug nach München. „Ich bin schon ein bisschen aufgeregt“, sagt er da noch unwissend, welches Fußball-Spektakel ihn am Abend erwarten wird. Doch für Kaan ist Tahtaci ist die Reise nach München auch immer wieder ein Stück weit eine Heimkehr. „Zur Behandlung meiner Krankheit war ich oft in München im Kinderzentrum. Ich habe mich hier immer wohlgefühlt“, berichtet der junge Mann, der so eine genaue Vorstellung davon hat, wie der Tag vor dem Spiel am Abend verlaufen sollen. „In München müssen wir auf jeden Fall zum Marienplatz, das ist Pflicht. Dazu möchte ich gerne lecker essen gehen, bevor wir rechtzeitig zum Stadion aufbrechen.“ Doch Stadttour und ein Restaurantbesuch sind für Kaan Tahtaci nur lockeres Vorgeplänkel, bevor er sich auf den Weg in sein Stadion macht.

Zwei Stunden vor Anpfiff sind die Krefelder in der Allianz Arena

Die Anspannung steigt, je näher der Anpfiff der Partie rückt. Noch ein kurzes Foto mit dem offiziellen Spiel-Schal beider Mannschaften auf dem Marienplatz und dann geht es am frühen Abend schon Richtung Stadion. Rund zwei Stunden vor Spielbeginn sind Kaan und Sevada Tahtaci in der Allianz Arena angekommen. „Ich bin lieber früher da, bevor der ganze Ansturm losgeht und ich mich mit dem Rollstuhl überall durchkämpfen muss. Nach dem Spiel warte ich manchmal auch, bis die meisten Zuschauer gegangen sind“, sagt Kaan. Seit drei Jahren ist der Krefelder Mitglied beim FC Bayern München und hat auch nur dadurch auch die Chance, eine der heiß begehrten Karten für ein Spiel des FC Bayern München zu ergattern.

„Es wird ausgelost, wer von den Rollstuhlfahrern, die Mitglied sind bei den Bayern, ins Stadion darf und ich hatte einfach Glück dieses Mal.“ Glück oder doch etwas anderes? „Naja“, schmunzelt Kaan, „vielleicht liegt es ja daran, dass ich zumindest vom Klang her einem ehemaligen Bayern-Spieler sehr ähnlich bin“. Gemeint ist natürlich Torwartlegende Oliver Kahn, der vor dem Spiel ebenso nervös scheint wie der Krefelder Bayern-Fan. Der Treffer von Xabi Alonso beruhigt alle im Stadion, der Elfmeter von Thomas Müller eher nicht. Und als Antoine Griezmann im zweiten Durchgang für die Gäste ausgleicht, zittern Kaan und alle Bayern-Fans, doch Robert Lewandowski bringt den FCB wieder ins Spiel. Am Ende reicht aber auch ein gehaltener Elfmeter von Manuel Neuer nicht zum Weiterkommen. Bayern scheidet trotz einer starken Leistung aus. Und mitten drin Kaan Tahtaci.

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