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Andreas Bischof

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Krefeld. Nach 26 Verhandlungstagen vor dem Krefelder Landgericht hat sich der Krefelder Adressenhändler William F. für seine Geschäfte im Callcenter-Milieu eine Gefängnisstrafe von vier Jahren und zehn Monaten eingehandelt.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der ehemalige Chemielaborant ein einträgliches Inkasso-Geschäft mit Kundenadressen gewittert hatte und bei tausenden ehemaligen Gewinnspielteilnehmern aus ganz Deutschland unberechtigt Geld eintreiben ließ.

Seit knapp zwei Jahren sitzt er in Untersuchungshaft. Bei seiner Festnahme wurden rund 750 000 Euro sichergestellt. Zuvor hatte er immer wieder zehntausende von Kundendaten aus Gewinnspiellisten aufgekauft. Obwohl keine Forderungen gegen diese Menschen bestanden, wurde er aktiv.

Erstmals im März 2010 beauftragte er Inkassobüros, die angeblich säumigen Zahler mit Serienbriefen, Mahnungen und Zahlungsforderungen zu überschwemmen. Über 8000 von den Eingeschüchterten hielten dem Druck nicht stand und zahlten. Gleichzeitig erstatteten viele der bedrohten und geprellten Ex-Kunden Anzeige und lösten die Ermittlungen aus.

William F. zeigte sich erstaunt über die Vorwürfe, äußerte sich aber nicht zum Sachverhalt. Doch zu schwer wogen die Zeugenaussagen, der Einblick in Verträge und Konten. Auch die Protokolle der Telefonüberwachung von William F. sprachen für sich, so die Richterin in ihrer Urteilsbegründung. Danach habe William F. gesagt: „Bei den Leuten können wir noch mal so richtig reinballern.“ Insgesamt war ein Schaden von 1,35 Millionen Euro entstanden.

Die Verteidigung hatte eine Höchststrafe von dreieinhalb Jahren im Auge und wollte den Haftbefehl für den Untersuchungshäftling aufgehoben sehen. Mit der verhängten Haftstrafe kam das Gericht dem Antrag des Staatsanwaltes nach und beschloss Haftfortdauer.

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