Ein mögliches Fahrverbot für die Krefelder Innenstadt hängt auch von einem Gerichtsurteil für Düsseldorf ab. Die Luftqualität ist entscheidend.

Dieselautos
Auto-Hersteller wie Daimler und BMW zahlen die Umtauschprämie für Altfahrzeuge länger. Foto: Marcus Führer/dpa

Auto-Hersteller wie Daimler und BMW zahlen die Umtauschprämie für Altfahrzeuge länger. Foto: Marcus Führer/dpa

dpa

Auto-Hersteller wie Daimler und BMW zahlen die Umtauschprämie für Altfahrzeuge länger. Foto: Marcus Führer/dpa

So mancher Krefelder Diesel-Fahrer dürfte am Silvesterabend mit gemischten Gefühlen auf das neue Jahr angestoßen haben. Denn 2018 könnte für die Nutzer von Selbstzündern unliebsame Nachrichten bringen – und das bereits in den ersten Monaten. Im Februar befasst sich das Bundesverwaltungsgericht mit einem möglichen Fahrverbot für die Düsseldorfer Innenstadt. Geht der Daumen der Richter für Dieselfahrzeuge in der NRW-Landeshauptstadt nach unten, könnte dies auch Auswirkungen auf weitere Städte mit Stickoxid-Problemen haben (ganz abgesehen davon, dass viele Krefelder täglich oder zumindest häufig nach Düsseldorf fahren).

Außerdem veröffentlicht das für die Überwachung der Krefelder Luftqualität zuständige NRW-Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) via Umweltministerium im ersten Quartal wichtige lokale Daten und Messergebnisse aus dem vergangenen Jahr, also 2017. „Wir rechnen damit, wie auch in den vergangenen Jahren, zirka im März/April 2018 Krefeld-spezifisch berichten zu können“, heißt es auf eine WZ-Anfrage aus dem Rathaus.

In einem Bericht unserer Zeitung in diesem Mai hatte Krefelds Umweltdezernent Thomas Visser Entwarnung in Sachen Dieselfahrverbot gegeben – allerdings nur vorerst. Denn die zuletzt erhobenen lokalen Zahlen in Sachen Stickstoffdioxid sind weiter bedenklich: Nach Angaben des Lanuv wurde der EU-Jahresgrenzwert von 40 µg/m3 (Mikrogramm pro Kubikmeter) Luft an den beiden Standorten Kölner Straße und Oranierring im vergangenen Jahr nur denkbar knapp eingehalten: mit 39 beziehungsweise 40 µg/m3. In der Nachbarmetropole Mönchengladbach gab es eine Überschreitung (44).

„Wir haben keine Stuttgarter und keine Düsseldorfer Diskussion bei uns“, hatte Visser im Frühjahr betont. Es gebe „weder formal noch faktisch“ ein Problem mit Blick auf ein drohendes Dieselfahrverbot. Doch dann folgte ein dickes Aber, das jetzt – kurz vor Jahresschluss – noch an Gewicht zunimmt. Der Umweltdezernent sprach von einer „Momentaufnahme“. Die Situation könne sich von Jahr zu Jahr ändern, allein schon durch meteorologische Einflüsse. Die können ihren Teil zu positiven wie aber auch negativen Schadstoff-Messungen beitragen. „Es gibt keinen Grund, sich entspannt zurückzulehnen, dafür waren wir im vergangenen Jahr zu nah am Grenzwert dran.“

Heißt: Die kommende Lanuv-Bilanz könnte zeigen, dass Krefeld an einem oder sogar an beiden Standorten in diesem Jahr über dem Grenzwert lag. Was passiert nach einer solchen Überschreitung? „Dann greift der Automatismus, dass die Bezirksregierung alle an einen Tisch holt“, hatte Visser damals erklärt. Gemeint sind etwa Vertreter von Stadt, Umweltverbänden und der Industrie- und Handelskammer (IHK). Falls neue Maßnahmen beschlossen würden, wäre das eine Fortschreibung des derzeit geltenden Luftreinhalteplans. Er beinhaltet unter anderem die umstrittene Temporeduzierung auf der Kölner Straße (Gath) und das Lkw-Verbot auf dem Oranierring.

Doch vielleicht müssten ohnehin drastischere Maßnahmen ergriffen werden - je nach Urteil der Leipziger Richter.

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