Analysen haben ergeben: Krefeld ist kein zukunftsfähiger Standort für die Logopädie- und Ergotherapie-Ausbildung.

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Simon Ruf, NRW-Regionalleiter der SRH-Fachschulen, und Schulleiter Jochen Hüttemann freuen sich auf den Umzug nach Düsseldorf.

Simon Ruf, NRW-Regionalleiter der SRH-Fachschulen, und Schulleiter Jochen Hüttemann freuen sich auf den Umzug nach Düsseldorf.

Dirk Jochmann

Simon Ruf, NRW-Regionalleiter der SRH-Fachschulen, und Schulleiter Jochen Hüttemann freuen sich auf den Umzug nach Düsseldorf.

Krefeld. Ab Februar ist die Ausbildung von Logopäden und Ergotherapeuten in Krefeld Geschichte. Denn der in Heidelberg ansässige SRH-Konzern (siehe Kasten) hat sich dazu entschlossen, seine Fachschulen, die er 2007 von der Tertia-Gruppe übernommen hat, nach Düsseldorf zu verlegen.

„Das war wirtschaftlich nicht anders machbar“, sagt Simon Ruf, Regionalleiter für Nordrhein-Westfalen. „Denn vor allem die Nachfrage bei den Logopäden war seit langer Zeit rückläufig, sodass wir seit zwei Jahren keine Schüler mehr aufnehmen konnten. Und auch wenn wir gemeinnützig sind, müssen wir zumindest eine schwarze Null schreiben.“

Anders als zum Beispiel in Baden-Württemberg müssen private Fachschulen in Nordrhein-Westfalen ihren Betrieb komplett selbst finanzieren, auch wenn sie staatlich anerkannt sind. „Es gibt keine Zuschüsse“, sagt Ruf. „Das setzt uns natürlich einem ganz anderen ökonomischen Druck aus.“

 

Für den Schulleiter ist auch die Nähe zur Heinrich-Heine-Uni attraktiv

Zuerst habe man überlegt, die Logopäden-Ausbildung in der Region komplett aufzugeben. „Umfangreiche Standortanalysen haben nämlich ergeben, dass Krefeld nicht gerade der zukunftsfähigste Standort für uns ist“, berichtet Ruf. „Denn auch das Umfeld einer Schule muss stimmen – vor allem für diejenigen, die wegen der Ausbildung umziehen müssen.“

Die SRH-Holding wurde 1966 als Stiftung Berufsförderungswerk Heidelberg gegründet. 1972 wurde sie in Stiftung Rehabilitation Heidelberg (SRH) umbenannt, dann 1996 in einen Konzern umgewandelt und auf den Namen SRH-Holding getauft.
 

Zu den SRH-Fachschulen gehören derzeit 14 Schulen an sechs Standorten in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen.
 

Vom neuen Standort in der Nähe des Düsseldorfer Hauptbahnhofs erhoffe man sich viele Vorteile: Die Infrastruktur und Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr seien besser. „Außerdem haben wir dort mit über 1000 Quadratmetern deutlich mehr Platz.“

Schulleiter Jochen Hüttemann freut sich vor allem über die neuen Kooperationsmöglichkeiten in der Landeshauptstadt. „Vieles für uns wird nach dem Umzug einfacher“, sagt er. „Es gibt einfach mehr soziale Institutionen, mit denen wir in der praktischen und theoretischen Ausbildung zusammenarbeiten können.“ Auch die Nähe zur Heinrich-Heine-Universität mit ihrem medizinischen Zweig sei sehr attraktiv. „Wir wollen aber natürlich unsere guten Kontakte in Krefeld und Umgebung behalten und pflegen.“

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