Korruptionsvorwürfe gegen CDU-Fraktionschef Fabel.

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CDU-Fraktionschef Wilfrid Fabel. Das Verfahren gegen ihn ist eingestellt worden.

CDU-Fraktionschef Wilfrid Fabel. Das Verfahren gegen ihn ist eingestellt worden.

CDU-Fraktionschef Wilfrid Fabel. Das Verfahren gegen ihn ist eingestellt worden.

Krefeld. Jahrelang hatte die Staatsanwaltschaft gegen CDU-Fraktionschef Wilfrid Fabel ermittelt. Der Vorwurf: Der Ratsherr habe seine Stimme verkauft, als zugunsten der Landesentwicklungsgesellschaft LEG eine millionenschwere Abwassergebühren-Forderung halbiert wurde. Doch das Düsseldorfer Landgericht lehnte die Anklageschrift ab, weshalb die Ankläger vor dem Oberlandesgericht protestierten. Das ließ das Papier zu. Und so kam es im Juni zum Prozess gegen den wohl mächtigsten Mann der Stadt, neben dem unter anderem der Ex-Baudezernent Klaus Lorenz auf der Anklagebank saß.

Das Verfahren war schneller zu Ende als geplant. Aber nicht etwa, weil die Beweislast gegen Fabel so erdrückend war. Vielmehr war das, was den Vorwurf der Anklage untermauern sollte, mehr als dünn.

Ausgerechnet auf Antrag der Staatsanwaltschaft selbst ist das Verfahren am 13. Juli dann eingestellt worden. Oberstaatsanwalt Ralf Möllmann: "Wäre das Gericht zu einer Entscheidung gekommen, die nicht der Meinung der Staatsanwaltschaft entspricht, hätte eine Revisionsverhandlung die Folge sein können, deren Dauer den Angeklagten nicht zuzumuten wäre."

Die Angeklagten verließen das Gerichtsgebäude am vierten Prozesstag mehr oder weniger zufrieden. Fabel musste ebenso wie der ehemalige Krefelder SPD-Unterbezirksgeschäftsführer Joachim S. als Auflage 6000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zahlen. Der CDU-Fraktionschef sprach von einer "Lästigkeitsprämie" - er wollte endlich einen Schlussstrich ziehen können. Gegen Klaus Lorenz (SPD) und Ex-LEG-Justitiar Ernst Volker E. wurde das Verfahren auf Kosten der Staatskasse eingestellt.

Wilfrid Fabel sprach wenige Tage später im WZ-Interview davon, dass sein Vertrauen in die Justiz erschüttert worden sei. Dass die Vorwürfe gegen ihn im Gerichtsverfahren nicht erhärtet wurden, stärkte den bis dahin angeschlagenen Fraktionschef. Der will im Laufe der Legislatiurperiode den Stuhl für einen Nachfolger freimachen. bra

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