Von Mal zu Mal machen immer weniger ihr Kreuzchen. Am 7. Juni stehen 31 Parteien zur Wahl.

wza_333x500_498185.jpg
Nadine Colgen zeigt den längsten Wahlzettel aller Zeiten: 31 Parteien und Gruppierungen buhlen bei der Europawahl am 7. Juni um die Stimmen.

Nadine Colgen zeigt den längsten Wahlzettel aller Zeiten: 31 Parteien und Gruppierungen buhlen bei der Europawahl am 7. Juni um die Stimmen.

Dehniger

Nadine Colgen zeigt den längsten Wahlzettel aller Zeiten: 31 Parteien und Gruppierungen buhlen bei der Europawahl am 7. Juni um die Stimmen.

Krefeld. Die Europäische Union wird immer wichtiger - gleichzeitig nimmt die Beteiligung an Europawahlen beständig ab. Getreu dem Motto: Was geht mich Europa an. Tatsächlich weiß bisher nur jeder zweite Deutsche, dass in einem Monat ein neues Europaparlament gewählt wird - zumindest kommt eine Umfrage zu diesem Ergebnis. Auch Hans-Jürgen Neuhausen vom Krefelder Wahlamt rechnet für die Wahl am 7.Juni mit einer rückläufigen Beteiligung.

"Prognosen können wir noch keine abgeben, dazu ist es noch zu früh. Aber erfahrungsgemäß wird die Wahlbeteiligung bei Europawahlen von Mal zu Mal geringer", sagt der Wahlamtsmitarbeiter. Ein Blick ins Archiv macht die Tendenz deutlich: Lag die Wahlbeteiligung in Krefeld bei den Europawahlen 1989 und 1994 noch bei 58,5 bzw. 56 Prozent machten 2004 gerade noch 40,7 Prozent ihr Kreuzchen.

Anregung dazu könnten die zahlreichen Wahlplakate geben, die seit geraumer Zeit das Krefelder Straßenbild prägen. Und laut Neuhausen kommen noch etliche hinzu. Immerhin stehen 31Parteien zur Wahl. "Die Bayern-Partei hat auch gerade noch einen Antrag auf Plakatierung in Krefeld gestellt. Da wird’s schon etwas enger." Ansonsten sind Anzahl und Aufteilung der Plakate ähnlich wie bei der Europawahl 2004.

Zur Bedeutung der Europawahlen hilft ein Blick auf die Bilanz des Europäischen Parlaments. Zusammen mit dem Ministerrat beschließt das Gremium Gesetze, die in allen Mitgliedsstaaten der EU gültig sind - und die das tägliche Leben betreffen.

So profitieren die Bürger vor allem beim Verbraucherschutz von EU-Initiativen, etwa in Form strengerer Sicherheitsauflagen für Kinderspielzeug, eines Verbots von "Lock-Angeboten" bei Online-Buchungen von Flugtickets oder einer Roaming-Verordnung, die Kosten für Auslandstelefonate regelt. Also Bereiche, die alle etwas angehen.

Das Wahlamt benötigt noch Freiwillige, die am 7. Juni als Wahlhelfer zur Verfügung stehen. Insgesamt sind in Krefeld für die Europawahl rund 1600 Helfer notwendig. Jeder Wahlhelfer erhält 26 Euro sowie Freikarten für zwei Personen für städtische Sport-, Freizeit- und Kultureinrichtungen. Für die Wahlhelferorganisation ist Nevenka Spasic-Thater zuständig, Ruf 02151/86 13 66.

Fragen zur Briefwahl können unter Ruf 02151/86 13 67 oder 86 13 68 gestellt werden. Eine Info-Broschüre gibt’s im Internet: www.krefeld.de

168.000 Menschen sind in Krefeld wahlberechtigt, wo 154 Wahllokale von 8 bis 18 Uhr geöffnet sein werden. Von den 736 Europa-Abgeordneten stellt Deutschland 99 Volksvertreter. Wahlberechtigt für den 7. Juni sind alle in Krefeld mit Hauptwohnsitz gemeldeten Deutschen ab 18 Jahre.

 Neben den etablierten Parteien kandidieren auch solch exotisch anmutende Gruppierungen wie "Die Violetten für spirituelle Politik" oder die "Piraten". Acht Anträge wurden abgelehnt.

Bis gestern sind die Wahlbenachrichtigungen in Krefeld verteilt worden. Wer jetzt noch keine erhalten hat, sollte sich an das Briefwahlbüro im Rathaus wenden, um sicherzustellen, dass er im Wählerverzeichnis eingetragen ist.

Das Briefwahlbüro hat bis 5.Juni jeweils montags bis mittwochs von 8 bis 17 Uhr, donnerstags von 8 bis 17.30Uhr sowie freitags von 8 bis 13 Uhr geöffnet. Am letzten Freitag vor der Wahl, am 5. Juni, ist das Büro bis 18 Uhr offen. "Für alle Fragen rund um die Europawahl stehen wir auch telefonisch unter 02151/861360 zur Verfügung", versichert Neuhausen.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer