Über dem derzeit geschlossenen Traditionslokal an der Marktstraße soll es künftig Büros und Arztpraxen geben.

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Soll als Traditionsgaststätte erhalten bleiben: „et Bröckske“ an der Marktstraße. Archiv

Soll als Traditionsgaststätte erhalten bleiben: „et Bröckske“ an der Marktstraße. Archiv

Andreas Bischof

Soll als Traditionsgaststätte erhalten bleiben: „et Bröckske“ an der Marktstraße. Archiv

Krefeld. „Nein, davon kann keine Rede sein. Das Bröckske bleibt eine Gaststätte“. Mit dieser klaren Aussage tritt Architekt Rainer Lucas Gerüchten entgegen, die Traditionsgaststätte an der Marktstraße stehe vor dem endgültigen Aus. Genährt wurde das Gerücht auch von dem jetzt auch äußerlich sichtbaren Verfall des Gebäudes (die WZ berichtete).

Wie der Uerdinger Architekt versichert, werde derzeit von Experten an einer grundlegenden Prüfung der Gebäudesubstanz gearbeitet. Ausgehend von einem Gutachten werde dann die Entscheidung der Investorengruppe aus Köln über notwendige Baumaßnahmen fallen. „Aber unabhängig davon sieht das künftige Nutzungskonzept im Erdgeschoss weiter eine Gastronomie vor. „Möglicherweise sogar noch größer als bisher“, schließt der Architekt nicht aus.

In den Etagen über der Gaststätte sollen künftig Arztpraxen und Büros einziehen. Das genaue Konzept will der Uerdinger Architekt mit den Investoren voraussichtlich gegen Ende der Sommerferien vorlegen. Sein Büro gehe davon aus, dass auch die Fassade im Grunde erhalten bleiben könne. Falls die Bausubstanz jedoch zu marode sei, müsse man überlegen, die Fassade neu aufzubauen.

Lucas ist seit 2014 auch Vorsitzender des Gestaltungsbeirats der Stadt. Als solcher vertritt er diese Position in Sachen Städtebau: „Wir müssen Sorge dafür tragen, dass die Identität Krefelds nicht verlorengeht, wenn etwas Neues gebaut oder eingefügt wird. Die Stadt ist ein gewachsener Raum, mit dem sich die Bewohner identifizieren können. Dabei muss man sicherlich immer abwägen zwischen Wirtschaftlichkeit und öffentlichem Interesse. Aber nicht ausschließlich Investoren gemäß.“

Nach dem Krieg wurde das Haus 1951 wieder aufgebaut

Seit Anfang 2009 steht das ehemalige Stammhaus der Rhenania-Brauerei leer. 2007 war die Immobilie für eine Million Euro angeboten worden. Ein damaliger Investor, der einen Neubau errichten wollte, sprang ab, als Überlegungen in Richtung Denkmalschutz laut wurden. Ein Gutachten des Landschaftsverbandes (LVR) hatte bereits 2008 festgestellt, dass das Haus ein Baudenkmal darstellt. Das Gebäude an der Marktstraße 41 ist bisher allerdings nicht in die Denkmalliste der Stadt eingetragen. Das Haus wurde nach der Zerstörung im Krieg 1951 wieder aufgebaut.

1838 kaufte Hermann Josef Wirichs die Hausbrauerei „en et Bröckske“ an der Markt-/Wiedenhofstraße. Das war die Geburtsstunde der Rhenania-Brauerei. Benannt ist das Gebäude nach einer kleinen Brücke, die im 19. Jahrhundert über einen Abwasserkanal führte. 1876 übernahm Sohn Robert Wirichs das Brauhaus. 1888 zog Rhenania aus Platzgründen von der Marktstraße nach Königshof um. Dort wird heute unter dem Namen Königshof gebraut.

Seit dem Jahr 2002 hatte die Eigentümergesellschaft Wirichs/Decker versucht, das Objekt zu verkaufen. Im Januar 2015 wurde bekannt, dass eine Kölner Investorengruppe die Traditionsgaststätte an der Marktstraße gekauft habe. Diese hatten von Beginne an die Weiterführung der Gastronomie ins Auge gefasst.

1838 hatte Hermann Josef Wirichs die Hausbrauerei „en et Bröckske“ an der Markt-/Wiedenhofstraße. Das war die Geburtsstunde der Rhenania-Brauerei. Benannt ist das Gebäude nach einer kleinen Brücke, die im 19. Jahrhundert über einen Abwasserkanal führte.

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